Sambuca Di Sicilia entdecken

Zwischen arabischem Viertel und Weinlandschaft

Sambuca di Sicilia verbindet eine ungewöhnliche historische Stadtstruktur mit einer weiten, von Weinbergen geprägten Landschaft. Innerhalb der Mauern liegt ein arabisches Viertel, während sich die spätere Entwicklung außerhalb der Mauern vom 16. bis ins 18. Jahrhundert erstreckte. Das Quartiere arabo befindet sich im historischen Zentrum und entstand aus sieben sarazenischen Gassen. Schon bei der Anfahrt eröffnet sich der Blick auf eine weite Senke mit Weinbergen, den Lago Arancio, den Monte Genuardo und den dazwischen liegenden Ort. So treffen in Sambuca di Sicilia Stadtgeschichte, Landschaft und Weinbau auf engem erzählerischem Raum zusammen.

Archäologische Spuren im Palazzo Panitteri

Das Archäologische Museum im Palazzo Panitteri führt durch mehrere entscheidende Phasen der Ortsgeschichte. Zu sehen sind Artefakte aus der Zeit der indigenen Siedlung, der griechischen Stadt, des punischen Wiederaufbaus und der römischen Belagerung. Der Rundgang ist in zwei inhaltlich unterschiedliche Bereiche gegliedert: Ein Abschnitt behandelt Wohn-, Kultur- und öffentliche Nutzungskontexte, ein weiterer die Nekropole. Ergänzend vermittelt das Museum die Geschichte der archäologischen Forschungen, die die Agrigento Superintendency in den Jahren 1967–1968 durchgeführt hat.

Kirchen, Theater und verborgene Räume

Der Palazzo Panitteri selbst entstand durch die Umwandlung eines Burgturms aus dem späten 16. Jahrhundert. In der Chiesa del Purgatorio, die aus dem Jahr 1631 stammt, befindet sich das Museum für sakrale Kunst. Die Chiesa di Santa Caterina d’Alessandria gehört zu den ältesten Kirchen von Sambuca di Sicilia. Ihre barocke Architektur zeigt Stuck, allegorische Statuen und gedrehte Säulen. Die Chiesa di San Giuseppe besitzt ein reich verziertes Portal aus weißem Stein, das von der chiaramontischen Architektur inspiriert ist. Am unteren Abschnitt des Corso Umberto I liegt das Teatro L’Idea aus dem 19. Jahrhundert. Eine besondere historische Spur bilden außerdem die Purrere im arabischen Viertel: Dabei handelt es sich um antike Tuffsteinbrüche der versunkenen Stadt.

Minni di Virgini, Käse und Weinbau

Zur lokalen Eigenart gehört auch die Küche. Minni di Virgini gilt als gastronomisches Symbol von Sambuca di Sicilia. Die Geschichte dieser Süßspeise reicht bis ins Jahr 1725 zurück: Suor Virginia Casale von Rocca Menna aus dem Collegio di Maria wurde von der Marchesa von Sambuca beauftragt, für die Hochzeit ihres einzigen Sohnes Pietro ein besonderes Dessert zu kreieren. Auch der Weinbau prägt den Ort seit Jahrhunderten. Er spielte lange eine wichtige Rolle für die lokale Wirtschaft und wird bis heute durch neue Anpflanzungen fortgeführt. In Sambuca kann man außerdem Vastedda della Valle del Belice probieren, einen Käse mit gezogener Teigmasse.

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