Aci Sant'antonio – Kirchen, Karrenmalerei und sizilianische Feste
Aci Sant'antonio zeigt sizilianische Kultur in besonders anschaulichen Formen: religiöse Feste mit Prozessionen, handbemalte Karren, historische Kirchen und ein Panorama von Santa Maria la Stella. Für Sie entsteht daraus ein Reiseziel, in dem sich lebendige Tradition und unterschiedliche historische Zeitschichten miteinander verbinden lassen.
Feste mit Prozessionen und Candelore
Die Festa di Sant’Antonio Abate wird in Aci Sant'Antonio jedes Jahr im Januar gefeiert. Während des Festes wird die Statue des heiligen Antonius in einer von Gesängen und Gebeten begleiteten Prozession durch den Ort getragen. Außerdem werden Tiere gesegnet. Wer sizilianische Traditionen nicht nur in Museen, sondern als Teil des öffentlichen Lebens kennenlernen möchte, findet hier einen klaren Anlass, den Jahreskalender des Ortes zu beachten.
Eine weitere Besonderheit sind die Ceri beziehungsweise Candelore. Dem Schutzpatron wurden in Aci Sant'Antonio zunächst sechs, später acht Kerzen aus Bienenwachs dargebracht. Die reich verzierten und besonders schweren Kerzen erforderten mehrere Träger. Bei der A Festa Ranni ziehen Candelore mit Darstellungen des Lebens und der Taten des Schutzheiligen in einer Prozession mit. Für Familien, die gemeinsame kulturelle Erlebnisse suchen, machen gerade diese sichtbaren und bewegten Traditionen den Unterschied zu einem rein musealen Besuch aus.
Karrenmalerei als prägendes Kulturerbe
Im 18. Jahrhundert förderte der florierende Handel der Karrenführer in Aci Sant'Antonio die Entstehung und Entwicklung der sizilianischen Karrenmalerei. Dank des Meisters Domenico Di Mauro erreichte sie ihren Höhepunkt. Das Museo del Carretto Siciliano präsentiert eine Sammlung handbemalter Karren und bewahrt damit einen besonders konkreten Zugang zu diesem Teil sizilianischer Kultur.
Im Museum befindet sich außerdem der als Werkstatt des Meisters Salvatore Nicolosi bezeichnete Malereiraum. Dort können Besucher die Kunst des Karrenmalers unmittelbar beobachten. Das ergänzt die ausgestellten Karren um den handwerklichen Vorgang selbst: Sie sehen nicht nur fertige Arbeiten, sondern begegnen auch der Tätigkeit, die hinter dieser Form der Malerei steht.
Kirchen mit mehreren historischen Schichten
Die Chiesa di San Biagio wurde in den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts errichtet. Ihre Kuppel entstand 1797. Im Inneren besitzt die Kirche einen zentralen Raum mit dorischen Säulen, mit Stuck verzierte Wände und wertvolle Marmorkunstwerke. Damit lässt sich bei einem Besuch sowohl die Baugeschichte als auch die Ausstattung des Gotteshauses betrachten.
Auch die Chiesa di San Michele Arcangelo verweist auf eine längere Entwicklung: Eine frühere, deutlich kleinere Kirche an der Stelle der heutigen Kirche ist seit 1624 belegt. In Santa Maria la Stella steht zudem die Chiesa Parrocchiale di Santa Maria la Stella. Für den Zugang von Menschen mit Behinderungen verfügt sie über eine Rampe. Diese konkrete bauliche Information kann bei der Auswahl einzelner Besichtigungsziele eine wichtige Orientierung geben, ohne weitere Zugangseigenschaften vorauszusetzen.
Hochplateau, Meerblick und die Landschaft des Bosco di Aci
Santa Maria la Stella liegt auf einem Hochplateau und bietet ein weites Panorama von der kalabrischen Küste bis zum nahegelegenen Meer bei Capomulini. Das Gebiet gehört zu den Territorien des sogenannten „Bosco di Aci“. Von den drei Lavaströmen des 14. Jahrhunderts aus den Jahren 1329, 1334 und 1408 blieb dieses Gebiet nur teilweise verschont. So ergänzt die Landschaft die kulturellen Themen um einen geologischen und räumlichen Kontrast.
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