Contrada Lacco – sizilianische Tradition zwischen Hügeln und Meer
Zwischen Hügellage und Meerblick
Contrada Lacco ist eine hügelige Siedlung auf etwa 500 Metern über dem Meeresspiegel, die zwischen den Gemeinden Brolo und Piraino geteilt ist. Der Ort verbindet eine ländliche, ruhige Umgebung mit bemerkenswerten Zeugnissen sizilianischer Religions- und Alltagsgeschichte. Wer für den Urlaub nicht nur eine Unterkunft, sondern auch einen charaktervollen Ausgangspunkt für kulturelle Entdeckungen sucht, findet hier ein Umfeld, in dem Kirchen, Aussichtspunkte und lebendige Traditionen eng zusammengehören.
Schon der Weg von Iannello nach Lacco ist von Olivenbäumen gesäumt. Im Parco Suburbano „La Pineta“ reicht der Panoramablick von den Hügeln bis zum Meer und zu den Äolischen Inseln. Guardiola liegt außerhalb der Altstadt von Piraino auf 380 Metern Höhe und eröffnet ebenfalls einen Blick über das Meer. Früher diente der Aussichtspunkt als Beobachtungsposten mit auf das Tyrrhenische Meer gerichteten Kanonen. Auch die Torre Saracena verweist auf die Küstenbeobachtung: Sie wurde zur Verteidigung und zur Beobachtung möglicher Eindringlinge vom Meer aus errichtet; von ihrer strategischen Lage aus überblickt man einen weiten Küstenabschnitt.
Kirchen und besondere Kulturorte
In Contrada Lacco steht die Chiesa della Madonna dei Sette Dolori. Sie ist Maria SS. dei Sette Dolori gewidmet, als Filialkirche und als architektonisches Kulturgut erfasst und gilt als geistlicher Bezugspunkt für die örtliche Gemeinschaft. Die ländliche und ruhige Umgebung eignet sich zur stillen Betrachtung und zum Gebet. Für Reisende, die mit der Familie unterwegs sind und unterschiedliche Interessen verbinden möchten, liegt der besondere Reiz deshalb in der Verbindung aus Landschaft, religiösem Erbe und lokalen Geschichten – ohne dass der Ort auf eine einzelne Sehenswürdigkeit reduziert wird.
In Gliaca di Piraino erzählt das Museo del Viaggio die Geschichte des Reisens durch Sizilien. Es befindet sich in einer ehemaligen Poststation der Adelsfamilie Denti. Einen anderen Einblick in die örtliche Sakralgeschichte bietet die Chiesa Madre e Catacombe mit einem vergoldeten Holzaltar, einer sizilianischen Orgel aus dem 18. Jahrhundert und einer Krypta mit mumifizierten Priestern.
Luminaria del Lacco und sizilianische Spezialitäten
Eine besonders markante Tradition ist die Luminaria del Lacco. Sie erinnert an einen Brand, bei dem die Statue der Jungfrau Maria unversehrt blieb. Bei der Veranstaltung wird dieses Geschehen durch Bilder und Musik nachgestellt, bevor mehr als 500 brennende Heißluftballons in den Nachthimmel aufsteigen. Zum Fest gehören außerdem die traditionellen Spiele „pignateddi“. Die Tradition reicht bis in die Zeit zurück, als an der Stelle der heutigen Kirche eine Basilianerabtei stand.
Auch die lokale Küche gehört zu diesem Fest. Angeboten werden gewürzte zerdrückte Oliven und „carni 'nfurnata“. Bei dieser sizilianischen Tradition beginnt die langsame Verarbeitung um 21 Uhr und endet am folgenden Tag zur Mittagszeit. Zum Addolorata-Fest in Contrada Lacco gehören außerdem eine Eucharistiefeier und eine Prozession mit dem Bildnis der seligen Jungfrau Maria durch die Contrada.
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