Belmonte Mezzagno
Belmonte Mezzagno verbindet ein markantes religiöses und historisches Erbe mit einer vielgestaltigen Landschaft. Im Ort stehen die Chiesa Madre – SS. Crocifisso und ihre Geschichte im Mittelpunkt, während sich im Gebiet von Monte Grifone eine unterirdische Karstlandschaft mit Höhlen, seltener Vegetation und wildlebenden Wirbeltieren zeigt. Wenn Sie Sizilien abseits rein städtischer oder küstenbezogener Eindrücke kennenlernen möchten, treffen hier lokale Traditionen, historische Zeugnisse und besondere Naturformationen aufeinander.
Kirche, Geschichte und religiöse Traditionen
Die Chiesa Madre – SS. Crocifisso wurde zwischen 1752 und 1756 von Fürst Giuseppe Emanuele Ventimiglia erbaut. Im Inneren befindet sich ein großes Kruzifix, das um 1772 auf Veranlassung von Giuseppe Emanuele Ventimiglia geschaffen wurde. Hinzu kommen zwei Gemälde, die der Schule von Pietro Novelli zugeschrieben werden. Damit vereint die Kirche konkrete Zeugnisse der Ortsgeschichte mit Kunstwerken aus dem sizilianischen Kulturraum. Auch die Entstehung des Ortes ist mit Giuseppe Emanuele Ventimiglia verbunden: Er erhielt 1752 für Belmonte Mezzagno die „licentia populandi“. Die frühesten dokumentierten Siedlungshinweise reichen jedoch bis ins 13. Jahrhundert zurück. Damals war der Ort vermutlich ein von Bauern bewohntes Adelslehen am heutigen Platz Martiri d’Ungheria, der „U bagghiu“ genannt wurde. Der religiöse Kalender ist ebenfalls fest im örtlichen Charakter verankert. Das Fest des SS. Crocifisso, des Schutzpatrons von Belmonte Mezzagno, findet am zweiten Sonntag im September statt. Am Ostertag organisieren die religiösen Kongregationen das traditionelle „Incontro“ zwischen der seligen Jungfrau Maria und dem auferstandenen Christus; diese Kongregationen bestehen seit 1810 in der örtlichen Glaubensgemeinschaft. Eine weitere lokale Tradition führt die Einwohner jedes Jahr am 3. Mai auf den Pizzo Belmonte, auch Santa Croce genannt, um des Leidenswegs Jesu Christi zu gedenken. Zum religiösen Kalender gehört außerdem am 4. Oktober die Tiersegnung zu Ehren des San Francesco.Monte Grifone und die Karstlandschaft
Das Natura-2000-Gebiet beziehungsweise SIC ITA020044 Monte Grifone umfasst die Contrada Valle dei Muli beziehungsweise Valle di Belmonte sowie weitere Flächen im Gemeindegebiet von Belmonte Mezzagno. Das Gebiet von Belmonte Mezzagno weist eine unterirdische Karstlandschaft mit zahlreichen Höhlen auf, die sich überwiegend vertikal und entlang der wichtigsten tektonischen Trennflächen entwickeln. Die wichtigsten Höhlen liegen am Bergrücken von Pizzo Neviera auf etwa 850 Metern Höhe. Dazu zählen die Grotta delle Sette Camere, die Grotta dei Laghetti, der Zubbio di Pizzo Neviera, der Zubbietto di Pizzo Neviera und der Pozzo Fiandra. In den Höhlen kommen Tropfsteine, Stalagmiten, exzentrische Sinterbildungen und Kalksinterablagerungen vor. Neben der sichtbaren Ortsgeschichte bilden die geologischen Formen einen eigenständigen Schwerpunkt. Auch die Tier- und Pflanzenwelt gehört zum dokumentierten Charakter von Monte Grifone. Das Gebiet weist teilweise eine besondere Vegetation mit zahlreichen endemischen oder aus pflanzengeografischer Sicht bedeutenden seltenen Pflanzenarten auf. Außerdem kommen dort seltene oder bedrohte wildlebende Wirbeltiere vor. Für Ihre Reiseauswahl ergibt sich so ein klarer Unterschied zwischen dem kulturgeschichtlichen Ortskern und dem naturkundlich geprägten Landschaftsraum.Wasser und lokales Handwerk
Der Stagnone, auch Museo dell’Acqua genannt und Paolo Borsellino gewidmet, ist ein großer Wasserspeicher. Er wurde angelegt, um die Wasserknappheit der Bevölkerung von Belmonte Mezzagno zu beheben. Seine Geschichte verweist damit auf eine konkrete gemeinschaftliche Aufgabe und ergänzt die religiösen und baulichen Zeugnisse des Ortes. Zum lokalen Erbe gehört außerdem das Antico Molino Piraino. Die alte Steinmühle wurde 1922 nach Belmonte Mezzagno gebracht, 1928 eröffnet und blieb bis in die 1960er-Jahre in Betrieb. Ein Projekt des Antico Molino Piraino sieht dort die Wiederbelebung der alten Steinmühle zur Herstellung von Mehl aus alten sizilianischen Getreidesorten vor. Die Wiederaufnahme der Produktion ist ein Vorhaben, keine bereits erfolgte Nutzung. Wenn Sie weitere Orte auf Sizilien vergleichen möchten, finden Sie hier auch [San Mauro Castelverde](San Mauro Castelverde), [Pioppo](Pioppo), [Casteldaccia](Casteldaccia), [Altofonte](Altofonte), [Balestrate](Balestrate), [Ginestra](Ginestra), [Bisacquino](Bisacquino) und [Petralia Soprana](Petralia Soprana).Zur übergeordneten Reiseübersicht: Palermo.
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