Caccamo: Burg, Natur und sizilianische Kultur
Caccamo verbindet eine eindrucksvolle normannische Burg mit Kirchenkunst, alten Vierteln, Naturwegen und der weiten Wasserlandschaft des Lago Rosamarina. Besonders prägend ist das Castello di Caccamo: Es zählt zu den größten und am besten erhaltenen normannischen Burgen Siziliens und Italiens. Der Dom San Giorgio liegt in den Fels am Fuß der Burg eingebettet und macht die enge Verbindung von Landschaft und Baugeschichte unmittelbar sichtbar.
Burg, Kirchen und das älteste Viertel
Rund um die Piazza del Duomo gehört die Chiesa dell’Oratorio zu einem barocken Monumentalkomplex. Der Dom San Giorgio wurde 1090 von den Normannen gegründet, 1477 restauriert und 1614 erweitert. Im Inneren bewahrt er ein Taufbecken und einen Ziboriumsaufsatz von Domenico Gagini, ein Gemälde von Mattia Stomer, Jan Van Houbracken zugeschriebene Werke, Skulpturen von Laurana sowie historische sakrale Ausstattungsstücke. Ein Taufbecken erhielt der Dom 1477 von den Prades.
Weitere Kirchen ergänzen dieses dichte Kulturerbe. Die Chiesa di Santa Maria degli Angeli bewahrt eine marmorne Madonna mit Kind von Antonello Gagini sowie eine silberne Urne mit den sterblichen Überresten des seligen Giovanni Liccio. In der Chiesa di San Benedetto alla Badia liegt ein Majolikafliesenboden aus dem 18. Jahrhundert, der Nicolò Sarzana zugeschrieben wird. Gewölbe, Embleme, Engel, Girlanden und ein Schiff zwischen den Wellen prägen seine Gestaltung. Dienstags bis sonntags ist die Kirche vormittags von 09:00 bis 12:30 Uhr geöffnet; nachmittags ist der Besuch montags und/oder an anderen Nachmittagen nach vorheriger Reservierung von 14:30 bis 18:30 Uhr möglich.
Die Chiesa dell’Annunziata hat mittelalterliche Ursprünge und wurde in mehreren Bauphasen errichtet. Ihr älterer linker Glockenturm entstand aus einem vorspringenden Turm des Castello di Caccamo. Das Convento di San Francesco besitzt einen Kreuzgang aus dem 16. Jahrhundert, während eine Dauerausstellung zur bäuerlichen Zivilisation einen weiteren Einblick in die lokale Geschichte gibt. Terravecchia, das älteste Viertel von Caccamo, verankert diese Entdeckungen in einem gewachsenen Ortsbild.
Naturwege, See und aktive Ausflüge
Auch außerhalb der Kirchen und Burg öffnet sich Caccamo zu unterschiedlichen Landschaften. Das Naturschutzgebiet Monte San Calogero erstreckt sich auch auf Caccamo und umfasst Steineichenwald sowie bemerkenswerte Tiergemeinschaften. Mehrere Naturwege führen durch üppige Vegetation und Tierwelt zu Panoramablicken; darunter befindet sich ein Weg im Naturschutzgebiet Monte San Calogero. Ein weiterer Weg reicht von der Abbazia di San Nicola de’ Nemori am Fuß des Monte Eurako, heute Monte San Calogero genannt, bis zum Gipfel des Monte San Calogero. Er führt durch Weiden, Steineichenwälder und mediterrane Macchia.
Der Lago San Leonardo entstand nach dem Bau der Staumauer Rosamarina. Der Lago Rosamarina, auch Diga oder Lago di Caccamo genannt, bietet Segeln, Windsurfen und Kanufahren. Am See werden außerdem Ausritte und Mountainbiking angeboten. Aufgrund des klaren Wassers ist etwa 800 Meter von der Staumauer entfernt Sichtfischen möglich. Damit stehen in Caccamo neben der Besichtigung von Kirchen und Burg auch Wasser- und Landschaftserlebnisse als eigenständige Schwerpunkte zur Verfügung.
Via Francigena und religiöse Traditionen
Die Etappe 4 der Via Francigena führt von Caccamo nach Montemaggiore Belsito durch die Ebenen der Flüsse San Leonardo und Torto in Richtung Madonien. Bei Kilometer 3,6 passiert sie die Ruinen des byzantinischen Klosters San Nicola de Nemore mit angeschlossener Wasserquelle. Außerhalb des bebauten Gebiets bezeugt das Santuario della Madonna degli Angeli den Kult des heiligen Jakobus, des Schutzpatrons der Wege und Wanderer.
Der selige Giovanni Liccio prägt auch den Jahreslauf. Sein Fest findet am letzten Sonntag im Mai und am darauffolgenden Montag statt. Die feierliche Montagsprozession führt durch die Hauptstraßen und die ältesten Viertel von Caccamo. Hinzu kommt die jährlich stattfindende Sagra della Salsiccia di Caccamo, die einen kulinarischen Akzent im Veranstaltungskalender setzt.
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