Scillato: Kultur, Quellen und Vorgeschichte
Scillato verbindet die Landschaft des Parco delle Madonie mit einer ungewöhnlich dichten Geschichte von Wasser, Mühlen und Vorgeschichte. Der Ort gehört zu den Gemeinden des Parco delle Madonie, eines regionalen Naturparks. Sein Zentrum liegt an einem Hang am Fuß des Monte Fanusi auf 225 m über dem Meeresspiegel und ist von Gärten, Obst- und Olivenhainen umgeben. Damit zeigt sich Scillato nicht nur als Ortsname auf der Landkarte, sondern als Ziel, in dem Naturraum, lokale Kultur und archäologische Entdeckungen eng nebeneinanderstehen.
Landschaft zwischen Hang, Quellen und Kalkgestein
Oberhalb des Ortszentrums tritt in Contrada Sorgive auf 376,68 m über dem Meeresspiegel ein unterirdisches Entwässerungssystem zutage. Es speist die Quellen Agnello, Bosco und Golfone. Auch der geologische Untergrund prägt die Umgebung: Das Kalkgestein von Scillato besteht vor allem aus Calciumcarbonat und wurde seit der Trias gebildet. Durch Verkarstungsprozesse entstanden Höhlen, Grotten, Schächte und Stollen. Für die Anreise ist die eigene Ausfahrt von Scillato an der Autobahn A19 Palermo–Catania ein konkreter Orientierungspunkt. Wer sich für eine Route im weiteren Landschaftsraum interessiert, findet außerdem einen ausgewiesenen Abschnitt des Sentiero Italia von Scillato nach P.lla Bifolchi. Über die genaue Nutzung oder den aktuellen Zustand dieses Abschnitts sagt die Ausweisung allein jedoch nichts aus.Archäologie zum Anschauen und Mitmachen
Das Museo Civico di Scillato ist Giovanni Mannino gewidmet, einer herausragenden Persönlichkeit der Studien zur Vorgeschichte Westsiziliens. Am archäologischen Fundplatz Vallone Inferno in Scillato haben Ausgrabungskampagnen bislang die letzten 7.000 Jahre der Vorgeschichte der Madonie dokumentiert. Wer den Blick auf konkrete Rekonstruktionen richten möchte, findet im Archeodromo delle Madonie in Mulino Famunia suttanu, Contrada Fondaco, zwei eingerichtete prähistorische Hütten. Eine orientiert sich am Siedlungsplatz Piano Vento in Palma di Montechiaro, die andere am Dorf Roccazzo in Mazara del Vallo. Im Archeodromo begleiten Mitarbeitende Besuchergruppen, Schulklassen und Familien bei experimentell-archäologischen Aktivitäten. Mit Materialien, die damals verfügbar waren, werden Handlungen und Techniken der Vorgeschichte nachvollzogen. Dadurch bleibt die Archäologie nicht auf Ausstellungsstücke beschränkt, sondern wird als praktische Auseinandersetzung mit vergangenen Lebensweisen vermittelt.Madonna della Catena und die Geschichte der Mühlen
Im Santuario Maria Santissima della Catena beherbergt Scillato eine weiße Marmorskulptur der Madonna della Catena aus dem Jahr 1570, die der Schule der Gagini zugeschrieben wird. Das Patronatsfest der Madonna della Catena wird jedes Jahr am 20. August gefeiert und umfasst eine Prozession durch den Ort. Zur örtlichen Kulturgeschichte gehören außerdem 13 Mühlen, die zwischen 1156 und 1800 errichtet wurden. Die meisten sind verfallen oder in andere Bauwerke integriert; einige wurden von der Gemeinde Scillato erworben und restauriert. Vom antiken Mahlwerk ist jedoch nur wenig erhalten. Mulino Rasu stellte als letzte Mühle den Getreidemahlbetrieb in den 1960er-Jahren ein. Im Mulino Paraturi befindet sich das Museo dell’Acqua. Die Mühle war im 19. Jahrhundert in Betrieb und nutzte als einzige die Zabbara. Bei Führungen werden zu didaktischen Zwecken die Verarbeitung und die Gewinnung der Fasern vorgeführt. Heute ist der Mulino Paraturi ein Zentrum für permanente Bildung und das Museo dell’Acqua. Erklärende Tafeln und Modelle zeigen dort verschiedene Aspekte des Wassers und seines Kreislaufs. Wenn Sie neben Scillato weitere Ziele für Ihre Reiseplanung vergleichen möchten, finden Sie auch Petralia Soprana, Caltavuturo, Alia, Giardinello, Capaci, Villafrati, Vicari und Geraci Siculo.Zur übergeordneten Reiseübersicht: Palermo.
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