Montedoro entdecken: Museen, Bergbaugeschichte und Astronomie
Unterkünfte in Montedoro
Montedoro zeigt seine Eigenart dort, wo Ortsgeschichte, verschwundene Berufe, Bergbau und Astronomie zusammentreffen. Mehrere Casa Musei machen unterschiedliche Seiten des sizilianischen Lebens sichtbar, während auf dem Monte Ottavio Bergbaugeschichte und Sternkunde eigene Schwerpunkte setzen. Für Sie entsteht damit ein Reiseziel, das kulturelle Entdeckungen mit ungewöhnlichen Einblicken in Handwerk, religiöse Bräuche und die Geschichte des Landes verbindet.
Kirche, Bräuche und alte Lebenswelten
Ein historischer Ausgangspunkt ist die Chiesa Madre von Montedoro. Sie wurde 1645 von Mariano de Lucia erbaut. Die letzte Restaurierung erfolgte 1996 und führte die Kirche zu ihren ursprünglichen Formen und Farben zurück.
Die Casa Museo „I mestieri scomparsi“ zeigt Gegenstände, Bilder und Rekonstruktionen alter Handwerksbetriebe. Dazu gehören eine Schneiderei, eine Barbierstube und eine Tischlerei. Zugleich erinnert sie an verschwundene Berufe wie Hufschmied, Scherenschleifer, Ausrufer, Mist- beziehungsweise Düngersammler, Fuhrmann und Geschichtenerzähler. Die Casa Museo „La novena e il presepe“ widmet sich der Weihnachtsnovene und der Krippentradition. In der Casa Museo „La settimana santa“ sind die „Klagen des Karfreitags“ zu hören, eine besondere Ausdrucksform des immateriellen Kulturerbes.
Die Casa Museo „Come eravamo“ befindet sich in einem alten Haus, das in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut wurde. Die Casa Museo „Latifondo e lotte contadine“ erinnert an die bäuerlichen Kämpfe der Nachkriegszeit: an das Streben nach einer gerechteren Aufteilung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse, an die Aufteilung unbebauter oder schlecht bewirtschafteter Flächen und an die Zerschlagung der Feudalbesitze. Insgesamt bieten die Case Museo einen Rundgang durch alte sizilianische „Dammusi“ mit Schwerpunkt auf Bräuchen, Gebrauchsgegenständen und Traditionen.
Monte Ottavio und die Geschichte des Bergbaus
Die Casa Museo „Grotta di Beniaminu – Il brigantaggio“ befindet sich in der sogenannten „Grutta di Beniaminu“, einer Höhle am Monte Ottavio. Ihre Darstellung des Brigantentums umfasst Inschriften, Fotografien, volkstümliche Gedichte, kleine Gegenstände und Kopien von Erpresserbriefen. Die Höhle diente zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert tatsächlich als Zufluchtsort für Briganten.
Das Museo della Zolfara „Angelo Petix“ liegt am Eingang des Parco Urbano di Montedoro auf dem Monte Ottavio, in der Nähe der Nadurello-Mine, der ältesten und am längsten betriebenen Mine von Montedoro. Im Museum befindet sich die Dauerausstellung „Zolfare e zolfatari di Montedoro, civica raccolta di testimonianze etnostoriche“ mit Fotografien, Rekonstruktionen, Mineralien und Werkzeugen des Bergbaus. Wer sich für die Verbindung von Ortsgeschichte und Arbeitswelt interessiert, erhält hier einen besonders konkreten Zugang zur Schwefelbergbau-Tradition.
Planetarium und Observatorium
Auf dem Monte Ottavio westlich des bebauten Ortsgebiets liegt das Observatorium von Montedoro. Es beherbergt ein astronomisches Newton-Cassegrain-Teleskop mit einem 600 mm großen Hauptspiegel. Zum astronomischen Angebot gehört außerdem das Planetarium „Margherita Hack“ mit einer Kuppel von 7,0 Metern Durchmesser und 50 Sitzplätzen. Das digitale Planetarium kann auch Full-Dome-Filme projizieren.
Das Observatorium organisierte Astronomiekurse sowie tagsüber und abends Führungen für Schulen, Bibliotheken und die breite Öffentlichkeit. Damit ergänzt die Sternkunde die historischen Sammlungen um einen Blick auf den Himmel und schafft einen eigenständigen Schwerpunkt für eine abwechslungsreiche Reiseplanung.
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