Pietraperzia entdecken

Pietraperzia verbindet eine authentische ländliche Umgebung zwischen Hügeln und fruchtbaren Tälern mit einer ungewöhnlich vielschichtigen Kulturgeschichte. Kirchen, ein historisches Castello, ein ländlich gelegenes Santuario, religiöse Bräuche und besondere Feste machen den Ort zu einem Ziel für Reisende, die Sizilien nicht nur über Landschaften, sondern auch über seine überlieferten Geschichten kennenlernen möchten.

Chiesa Madre, Castello und ein markantes Plateau

Ein zentraler kultureller Bezugspunkt ist die Chiesa Madre. Sie wurde 1308 errichtet, um 1500 weitgehend neu aufgebaut und nach Erdbebenschäden 1790 erneut rekonstruiert. Auch ihre Architektur lohnt eine genaue Betrachtung: Die Kirche besitzt den Grundriss einer Basilika mit einem Mittelschiff, zwei niedrigeren Seitenschiffen, einem Querhaus mit Kuppel und drei Apsiden. Auf dem Hauptaltar befindet sich außerdem ein von Filippo Paladino signiertes und auf 1604 datiertes Gemälde.

Die Geschichte des Castello Barresio in Pietraperzia beginnt 1060 mit der Ankunft Abbo Barresis in Sizilien an der Seite des Grafen Roger des Normannen. Zur Anlage gehörte die Cappella di S. Antonio Abate, die sich im Inneren des viereckigen Turms am Eingang des Castello Barresio befand. An ihren Wänden befanden sich Fresken mit Darstellungen der Flucht nach Ägypten, von Adam und Eva, des Sündenfalls und der Erschaffung der Welt. Für Menschen mit Behinderungen ist das Castello Barresio zugänglich und kann kostenlos besichtigt werden. Das gilt auch für die Cappella di S. Antonio Abate.

Eine weitere konkrete Besonderheit ist die etwa 12 Meter hohe Piramide Sicana. Sie steht auf dem Plateau von Cirummeddi (Cerumbelle) in Pietraperzia und ergänzt die historischen Orte um einen ungewöhnlichen Schauplatz in der ländlichen Umgebung. Gerade der Wechsel zwischen sakraler Architektur, Burggeschichte und offenem Plateau gibt gemeinsamen Entdeckungstagen unterschiedliche Themen.

Religiöse Orte mit eigener Geschichte

Das heutige Santuario Maria SS. della Cava wurde Ende des 17. Jahrhunderts errichtet. 1721 wurde die Madonna della Cava zur wichtigsten Schutzpatronin der Stadt ernannt. Das ländlich gelegene Santuario Maria SS. della Cava in der heutigen Contrada „Maria SS. della Cava“ bewahrt ein altes, verehrtes Bild der Madonna della Cava. Damit verbindet der Ort Baugeschichte und religiöse Verehrung mit einer ländlichen Lage.

Feste und Bräuche im Jahreslauf

Am ersten Sonntag im Oktober gehört zum Fest der Madonna delle Grazie das traditionelle Zerbrechen der „pignateddi“: Jugendliche zerschlagen mit verbundenen Augen hängende, mit Geschenken gefüllte Tonkrüge mit einem Stock. Beim Fest San Calogero am letzten Sonntag im Juli bringen Gläubige Brote in unterschiedlichen Formen dar, etwa als Hand, Fuß oder Kopf, entsprechend der erhaltenen Gnade.

Mit der Kirche Santa Maria del Gesù ist außerdem die traditionelle Osterfeier „Lu ncuntru“ verbunden. Am Ostersonntag bewegen sich Madonna und der auferstandene Christus um 12 Uhr im Zentrum des Hauptplatzes aufeinander zu und weichen dreimal zurück. Wer Pietraperzia über seine Feste verstehen möchte, begegnet hier nicht nur Jahresdaten, sondern sichtbaren Abläufen, religiösen Symbolen und Bräuchen, die im öffentlichen Raum stattfinden.

Weitere Ziele für Ihre Recherche: Nissoria, Pergusa, Barrafranca, Calascibetta, Villarosa, Regalbuto, Aidone, Assoro.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Enna.

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