Monforte San Giorgio entdecken
Zwischen Berglandschaft und mittelalterlichem Erbe
Monforte San Giorgio liegt im nördlichen Teil der Peloritani. Zwei Drittel des Gemeindegebiets sind bergig – ein prägendes Merkmal für einen Ort, dessen Geschichte sich in Kirchen, Felsformationen, Burgruinen und besonderen Ortsbezeichnungen zeigt. Wer Sizilien nicht nur über Küstenorte kennenlernen möchte, findet hier ein Reiseziel mit einer deutlich historischen und kulturellen Seite.
Neben der Piazza IV Novembre weist das Quartiere Arabo bis heute Merkmale auf, die auf Modelle islamischer Architektur zurückzuführen sind. Ebenfalls an der Piazza befindet sich die Chiesa Madre, die als wichtigstes zu besichtigendes Bauwerk von Monforte San Giorgio bezeichnet wird. Die gotischen Ruinen der Chiesa di San Michele Arcangelo stammen aus dem Jahr 1200. Zusammen geben diese Bauwerke dem Ortskern unterschiedliche historische Bezugspunkte, ohne dass sie auf dieselbe Epoche oder denselben architektonischen Charakter reduziert werden können.
Kunst, Heiligtümer und Spuren früherer Zeiten
Auch einzelne Kunstwerke machen die sakralen Orte von Monforte San Giorgio bemerkenswert. Für die Chiesa di Gesù e Maria malte der aus Messina stammende Künstler Gaspare Camarda, der um 1570 geboren wurde und nach 1629 starb, gegen Ende der 1620er Jahre des 17. Jahrhunderts drei große Altarbilder. Im Heiligtum Madonna di Crispino wird eine Madonna mit Kind bewahrt, die als eines der besten Werke des Bildhauers Antonello Gagini aus dem Jahr 1507 gilt.
Die Chiesa della Madonna di Crispino bei Pellegrino, einem Bergweiler von Monforte San Giorgio, wurde im 16. Jahrhundert zusammen mit dem angeschlossenen Kloster gegründet. Das Santuario dell'Immacolata liegt dagegen zwischen den letzten Ruinen der Burg Friedrichs II. Am 8. Dezember ist es ein Ziel für Pilger. Am Fundort von Monforte San Giorgio zeugen außerdem zahlreiche in den Fels gehauene prähistorische Gräber vom Leben in vorgeschichtlicher Zeit. Sie werden als künstliche „Fornicello“-Gräber bezeichnet.
Katàbba, Felsenwohnungen und weite Ausblicke
Die Katàbba erschließt das historische Erbe in einer besonderen Besuchsform. Im Rahmen der Katàbba führt ein geleiteter Rundgang durch die mittelalterliche Altstadt, um ihr künstlerisches und kulturelles Erbe kennenzulernen. Dabei werden die Katàbba und die Bedeutung ihrer verschiedenen Rhythmen erläutert. Zur Katàbba gehören außerdem geführte Besichtigungen des Colle dell’Immacolata. Dort befand sich einst die mittelalterliche Festung von Monforte; noch einige Felsenwohnungen sind erhalten. Die historische Vergangenheit wird hier daher nicht nur über Kirchen und Ruinen, sondern auch über in den Fels eingeschriebene Spuren greifbar.
Für den Landschaftseindruck bietet die Terrasse Portaterra einen eigenen Akzent: Bei guter Sicht eröffnet sich von dort ein Blick auf Monforte San Giorgio, den Golf von Milazzo und die Äolischen Inseln. Kulturinteressierte können den Ortskern und die Heiligtümer mit einem Blick in die weitere sizilianische Landschaft verbinden, während die Berglage den Charakter der Gemeinde sichtbar mitprägt.
Lokale Besonderheiten
Zum örtlichen Charakter gehören auch Erzeugnisse mit ungewöhnlichem Bezug zum Handwerk und zur Umgebung. Im Gebiet von Monforte San Giorgio wird Baumheide als Rohstoff für die Herstellung von Pfeifen produziert. Im Küstengebiet wird außerdem Smergia erzeugt, eine Frucht, die die Gemeinde als wertvolle typische Frucht des Umlands bezeichnet. Damit reicht das Spektrum der dokumentierten Besonderheiten von vorgeschichtlichen Gräbern und mittelalterlichen Bauwerken bis zu lokalen Materialien und einer typischen Frucht des Küstenraums.
Für die weitere regionale Orientierung finden Sie außerdem Torrenova, San Giorgio, Tindari, Falcone, Montagnareale, Gioiosa Marea, Mongiuffi und Reitano.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Messina.
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