Alimena entdecken: Landschaft, Geschichte und Tradition

Alimena verbindet eine markante Berglandschaft mit einer ungewöhnlich dichten Geschichte und lebendigen sizilianischen Traditionen. Der Ort liegt im Einzugsbereich zwischen dem Fluss Salso und seinem Nebenfluss Imera Meridionale, am Fuß der Balza d’Areddula auf 1007 m Höhe. Für Sie entsteht dadurch ein Reiseziel, in dem sich Landschaft, historische Bauwerke, aktive Routen und regionale Spezialitäten auf engem thematischem Raum verbinden.

Landschaft und Wege rund um Alimena

Die Balza Edera, auch Balza Areddula genannt, gilt als breite natürliche Terrasse mit Blick über Sizilien. Der Ort war einst von den Sikanern bewohnt, wodurch die Landschaft zugleich als Naturraum und als Schauplatz früherer Besiedlung erscheint. Eine besondere Möglichkeit, die Umgebung aktiv zu erleben, bietet der Sentiero 58: Er führt von Petralia Soprana über eine 25 km lange MTB-Abfahrt entlang des Flussbetts des Imera Meridionale oder Salso nach Alimena.

Auch die Antica Trasversale Sicula führt durch Alimena. Ihre 16. Etappe verläuft zwischen Vallelunga Pratameno und Villapriolo und erreicht Alimena über die Portella San Filippo. Für die Anreise mit dem Auto ist Alimena von Palermo oder Catania über die Autobahn A19 Palermo–Catania und die Ausfahrt Resuttano erreichbar.

Kirchen, Palazzi und Ortsgeschichte

Im historischen Zentrum sind Häuser und Palazzi aus dem für den Ort typischen weißen Stein erhalten. Dazu zählt der Palazzo Calabrese, der nach einem Entwurf des Ingenieurs Utveggio errichtet wurde. Auch die Geschichte der Kirchen erzählt von der Entwicklung Alimenas: Antonio Alimena gründete den Ort am 21. Februar 1628 aufgrund einer Konzession des spanischen Königs Philipp IV. Bereits 1629 errichtete er die erste Kirche, die S.M. Maddalena gewidmet war. Wegen des Bevölkerungswachstums ließ Vincenzo Del Bosco 1723 die neue Chiesa Madre gegenüber dem Palast des Marchese errichten.

Die Chiesa Madre ist eine 1724 errichtete Barockkirche mit einem Glockenturm aus derselben Epoche. Ihre Altäre sind mit Gemälden aus dem 18. Jahrhundert bereichert. Die Chiesa del Convento di S.Maria di Gesù wurde 1731 auf Veranlassung von Vincenzo del Bosco, Fürst von Belvedere, begonnen und 1738 fertiggestellt. Einen besonderen historischen Wandel zeigt die Chiesa di Sant’Alfonso: Sie war ursprünglich ein um 1600 errichteter achteckiger spanischer Wachtturm auf dem Colle Quisisana und wurde 1837 auf Wunsch der Bevölkerung von Alimena in eine Kirche umgewandelt.

Steintradition und sizilianische Spezialitäten

Zur Ortsgeschichte gehört auch der frühere Abbau von hochwertigem Kalkstein an der Balza Areddula hinter Alimena. Der Kalkstein wurde früher mithilfe von Sprengstoff gewonnen. Die Steinblöcke wurden in kleinere Elemente zerteilt, grob bearbeitet und mit Maultieren nach Alimena hinuntertransportiert; pro Maultier wurden zwei etwa 50 kg schwere Blöcke geladen. Diese überlieferte Arbeitsweise verknüpft die Landschaft der Balza mit dem weißen Stein, der im historischen Zentrum sichtbar ist.

Zu den traditionellen Produkten Alimenas gehören typische Süßigkeiten zu Ostern und Weihnachten sowie handwerklich hergestellte Salumi. Beim Fest der Santa Lucia am 13. Dezember gehört eine Verkostung von herzhafter Cuccia zum Programm. Im September findet außerdem die Sagra del Ficodindia statt. Vom 29. August bis zum 2. September gibt es in Alimena eine Straßenmesse mit Verkaufsständen entlang des Corso principale sowie in der Via Palermo, Via Roma, Via Catania und der Via Vittorio Emanuele.

Feste mit eigener Klangsprache

Die Settimana Santa di Alimena umfasst eine abendliche Karfreitagsprozession. Während der Karwochenprozession werden mündlich überlieferte Lamenti gesungen, die an wichtige Momente der Passion Christi erinnern. Für Besucher, die neben Landschaft und Baugeschichte auch regionale Ausdrucksformen kennenlernen möchten, gehört diese Verbindung aus Prozession und Gesang zu den eigenständigen kulturellen Merkmalen des Ortes.

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