Castellana Sicula: Murales, Wege und Kulturerbe

Castellana Sicula liegt innerhalb des Parco delle Madonie und verbindet Naturerlebnisse mit einer ungewöhnlich dichten Kulturgeschichte. Die Gemeinde trägt wegen ihrer farbenfrohen modernen Murales den Beinamen „Città dei Murales“. Zugleich führen Wege durch mediterrane Vegetation, zu historischen Sakralbauten und zu archäologischen Stätten. Damit bietet Castellana Sicula unterschiedliche Anknüpfungspunkte für eine Reise, bei der aktive Tage, Entdeckungen und lokale Traditionen nebeneinanderstehen.

Wandern zwischen Wasser, Gestein und Madonie-Landschaft

Ein besonders vielseitiger Zugang zur Landschaft ist der geologische Weg G7 „Le pietre e l’acqua“. Er verläuft im Gebiet von Castellana Sicula vom Mulino Petrolito zum Cozzo Morto und verbindet naturkundliche sowie geologische Aspekte mit Spuren menschlicher Tätigkeit. Der Weg ist 2,228 Kilometer lang, dauert etwa zwei Stunden in Richtung Ziel und eine Stunde für den Rückweg und hat den Schwierigkeitsgrad E. Vom erschlossenen Bereich Piano Mulino aus beginnen außerdem zahlreiche Wege für verschiedene Aktivitäten. In der Nähe des Bergbrunnens steht eine alte, stillgelegte Wassermühle, die den landschaftlichen Weg um ein sichtbares Zeugnis früherer Nutzung ergänzt.

Der anspruchsvolle Weg 553 beginnt in der Borgata Nociazzi in der Nähe von Castellana Sicula. Er wechselt zwischen Abschnitten in mediterraner Vegetation und weiten Ausblicken auf das Tal des Südlichen Imera und führt zum Santuario Madonna dell’Alto, einem Sakralbau aus dem 15. Jahrhundert. Auch die MTB3 verbindet mehrere charakteristische Punkte: Sie führt von Castellana Sicula über die Fraktion Nociazzi zu dem erschlossenen Bereich oberhalb des Mulino Petrolito, verläuft durch einen Buchenwald zur Fontana Madonna dell’Alto und erreicht anschließend den letzten Anstieg zum Santuario Madonna dell’Alto auf 1827 Metern Höhe.

Archäologie und Kirchen in Castellana Sicula

Im archäologischen Areal von Contrada Muratore befindet sich das Museo Civico. Seine ethnografische und archäologische Abteilung umfasst Funde aus den Ausgrabungen in Muratore sowie weitere Funde von archäologischen Oberflächenbegehungen am Cozzo del Morto, Cozzo Zara, Monte Rotola Vecchia und Cozzo Re. Diese Funde belegen eine prähistorische menschliche Besiedlung der genannten Orte. Zum Museum gehören außerdem Gegenstände und Arbeitsgeräte aus der örtlichen bäuerlichen Kultur sowie eine besondere Sammlung präparierter und in Formalin konservierter Tiere.

Das Areal von Muratore enthält eine Nekropole mit drei vollständig in den Fels gehauenen Hypogäen. Die Ausgrabungen legten außerdem den Siedlungsbereich und den öffentlichen Bereich eines wahrscheinlichen Pagus aus der römischen Kaiserzeit frei. Zum Areal gehört ein mehrlappiger Thermalkomplex mit angrenzenden Räumen um einen kleinen Innenhof, einem hochwertig gepflasterten Boden und einem gut erhaltenen Umgang. Die römischen Thermen bilden ein 19 × 20 Meter großes Gebäude und gehören zu den wenigen bislang in Sizilien freigelegten Beispielen aus der römischen Zeit.

In Calcarelli, einer Fraktion von Castellana Sicula, zeichnet sich die Chiesa di San Giuseppe durch eine alte Pfeifenorgel aus, die noch während der Gottesdienste verwendet wird. Decke und Wände der Kirche sind ausgemalt. In Frazzucchi steht die Chiesetta Madonna della Catena aus dem Jahr 1909. Die Einwohner von Calcarelli pilgern am ersten Sonntag im Juli zum Santuario Madonna dell’Alto; damit ist der Sakralbau nicht nur ein Ziel auf dem Weg 553 und der MTB3, sondern auch mit einer örtlichen religiösen Tradition verbunden.

Handwerk, Speisen und Feste

Das lokale Profil zeigt sich auch in traditionellen Arbeiten: Dazu gehören Körbe und Tragkörbe aus Weidenzweigen und Schilfstreifen, außerdem Sättel, Bisaccia-Taschen, Häkelarbeiten und Spitzenstickerei. Zu den handwerklich hergestellten Lebensmitteln zählen Brot, Amaretti aus bitteren Mandeln, Käsekuchen und im Ofen gebackene Cassata.

Beim „Manciari di San Giuseppi“ am 19. März werden gemeinsame Tafeln mit lokalen und typischen Speisen aufgestellt, darunter Pasta mit Bohnen, Kabeljau, frittierte Kardonen und Sfinge, gezuckerte Krapfen. Der „Carnevale delle Madonie“ findet normalerweise am Sonntag vor dem Karnevalsdienstag statt und umfasst einen Umzug mit allegorischen Wagen und maskierten Gruppen. Im August wird von der örtlichen Folkloregruppe der „Ballo della Cordella“ aufgeführt, ein alter Fruchtbarkeits- und Danktanz mit 24 Tänzern. Jeder Tänzer hält das Ende eines Bandes, dessen anderes Ende an der Spitze eines drei Meter hohen Pfahls befestigt ist.

Anbindung an die SS120

Die Staatsstraße SS120 verbindet Castellana Sicula direkt mit der nahe gelegenen Autobahn. Weitere Orte: Camporeale, Corleone, Santa Cristina Gela, Pollina, Pioppo, Castelbuono, Villabate und Terrasini.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Palermo.

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