Cinisi – Küste, Erinnerungsorte und sizilianische Kultur
Cinisi verbindet ein ausgedehntes Berg- und Hügelland mit einer fruchtbaren Ebene, die bis an die südliche Tyrrhenische Küste reicht. Dadurch treffen hier unterschiedliche Eindrücke aufeinander: die etwa 2 Kilometer lange sandige Küste der Spiaggia di Magaggiari, religiöse Kunst und historische Orte im Siedlungsbereich sowie ländliche Spuren zwischen den Hügeln.
Küste und Landschaft zwischen Magaggiari und Piano Margi
Die Spiaggia di Magaggiari erstreckt sich über etwa 2 Kilometer an der sandigen Küste von Cinisi. Surfen wird dort als örtliche Aktivität genannt. Wer bei der Reiseplanung den Küstenraum und eine aktive Ausrichtung miteinander verbinden möchte, findet hier einen klar erkennbaren thematischen Schwerpunkt, ohne dass dafür weitere Eigenschaften der Strände vorausgesetzt werden müssen.
Ein anderer Landschaftseindruck erwartet Sie bei Piano Margi. Der Ort ist über eine alte Regia trazzera erreichbar, die von Cinisi durch das Furi-Tal führt. Dort ist eine alte, einzigartige Viehtränke mit zwei Becken erhalten. Sie gehörte zu einer archäologischen Militärstätte aus der Zeit der Ersten Punischen Schlacht. Zwischen Piano Margi und Piano Tavole kann man außerdem eine Mannara antreffen. Dort wird frische Ricotta hergestellt, die warm vor Ort probiert werden kann; außerdem werden Caciocavallo und sizilianischer Pecorino hergestellt.
Erinnerungskultur mit konkreten Orten
Die Casa Memoria Felicia e Peppino Impastato entstand im Frühjahr 2005 mit dem Ziel, die Wahrheit zu verbreiten und Gerechtigkeit gegen mafiöse Gewalt zu fordern. Der Gedenkweg I cento passi nutzt Stolpersteine, um symbolisch die hundert Schritte zwischen dem Haus von Peppino Impastato, heute Casa Memoria, und der ehemaligen Casa Badalamenti nachzuzeichnen. Die ehemalige Casa Badalamenti beherbergt die Biblioteca Comunale di Cinisi „Francesco Paolo Abbate“.
Diese Orte geben dem Aufenthalt in Cinisi eine historische und gesellschaftliche Dimension, die sich von einer reinen Küstenreise unterscheidet. Auch die Tonnara dell'Orsa gehört in diesen Zusammenhang: Zu ihr gehört ein Wachturm aus dem 16. Jahrhundert; die Anlage ist mit einer historischen Thunfischerei verbunden.
Kirchen, Kunst und lokale Traditionen
Die Chiesa Madre, die Santa Fara gewidmet ist, besitzt ein Hauptaltar-Antependium aus Koralle, Lapislazuli und Onyx aus der Trapanesischen Schule des 18. Jahrhunderts. Ihre Krypten aus dem 18. Jahrhundert bilden eine Nekropole, die 15.000 menschliche Überreste enthielt. Über den InfoPoint im Palazzo dei Benedettini können Besichtigungen der Krypten auf Anfrage organisiert werden.
In der Chiesa delle Anime Sante werden zwei große Gemälde bewahrt, die der Schule des Zoppo di Gangi zugeschrieben werden. Die Chiesa del SS. Sacramento wurde 1767 von der gleichnamigen Bruderschaft errichtet und besitzt Krypten. Zur ländlich-religiösen Tradition von Cinisi gehörte außerdem eine stark ausgeprägte Verehrung des Santo Isidoro, des Schutzpatrons der Landwirte und Viehhirten.
Eine weitere kulturelle Spur führt zur Casa di Giovanni Meli. In dem nach ihm benannten Haus hielt sich der sizilianische Dichter Giovanni Meli fünf Jahre lang auf. Das bewegliche Krippenspiel von Giacomo Randazzo befindet sich im Gemeindesaal von Cinisi und ist im R.E.I. als UNESCO-Kulturerbe eingetragen.
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