Gibilmanna – Heiligtum, Museum und Wege am Pizzo Sant'Angelo
Gibilmanna zwischen Heiligtum, Museum und Bergwegen
Gibilmanna verbindet sakrale Kunst, franziskanische Geschichte und Wege durch die Landschaft der Madonie. Das Santuario Maria SS. di Gibilmanna liegt auf etwa 800 Metern Höhe an den Hängen des Pizzo Sant'Angelo. Wer eine Unterkunft in Gibilmanna sucht, findet damit einen Ort, an dem sich Kulturgeschichte und Wandererlebnisse als unterschiedliche Schwerpunkte der Reise verbinden lassen.
Santuario und franziskanisches Erbe
Das Santuario Maria Santissima di Gibilmanna ist eine dreischiffige Kirche mit Seitenkapellen. In seiner heutigen Struktur umfasst es wahrscheinlich die ursprüngliche Benediktinerkirche. Die Marmoreffigie der Maria mit dem Jesuskind wird Antonello Gagini zugeschrieben und in das 16. Jahrhundert datiert. Eine Restaurierung in den Jahren 2014–2015 legte in Gibilmanna außerdem ein älteres Bild der Maria Odigitria frei, das unter einer sogenannten byzantinischen Ikone verborgen gewesen war.
Zum historischen Umfeld gehört das 1535 von Pater Sebastiano da Gratteri gegründete Convento dei Frati Minori Cappuccini di Gibilmanna. Das Museo Fra Giammaria da Tusa befindet sich im restaurierten ehemaligen Stall des an das Santuario Maria Santissima di Gibilmanna angeschlossenen Klosters. Seine zehn Räume sind jeweils nach einem Ordensbruder benannt. Zu den Beständen zählen franziskanische Artefakte, wertvolle sakrale Gewänder und Ausstattungsgegenstände, devotional gestiftete Objekte sowie Gegenstände aus anderen Kulturen.
Besonders ungewöhnlich ist eine handwerklich gefertigte Orgel mit Schilfrohrpfeifen aus dem 17. Jahrhundert, die laut Experten als einzigartiges Exemplar in Europa gilt. Die Bibliothek der Kapuzinerpatres Fra Gesualdo da Bronte bewahrt außerdem Inkunabeln, Bücher des 16. Jahrhunderts sowie Bände aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Die Kapuzinerkatakomben aus dem 17. Jahrhundert sind dem Eremiten Giuliano de Placia gewidmet. Sie nehmen das Untergeschoss der Madonna-Kapelle und einen Teil der Kirche ein.
Wege durch die Landschaft
Gibilmanna ist auch ein markanter Punkt im Verlauf der Via dei Frati. Die Etappe 8 führt über Castelbuono, Isnello, das Santuario Gibilmanna und Cefalù. Vom Santuario führt die Via dei Frati weiter zum Sentiero Salvabosco und nach einem Bergabschnitt bergab in Richtung Cefalù. Für eine Reiseplanung mit unterschiedlichen Interessen eröffnet das einen kulturellen und zugleich landschaftlich geprägten Blick auf die Umgebung, ohne dass beide Erlebnisse denselben Charakter haben.
Der Weg 603 „Sentiero Ferla – Bivio Pianetti“ beginnt im ausgestatteten Bereich Pianetti bei Pizzo S. Angelo. Das Santuario di Gibilmanna liegt 200 Meter vor dem Ausgangspunkt des Weges. Der Weg ist 7 Kilometer und 243 Meter lang und bietet Ausblicke über ein Tal mit Wäldern, bewirtschafteten Feldern und künstlichen Seen. Diese genaue Streckenangabe hilft Ihnen, den Weg als eigenes Vorhaben von der längeren Via dei Frati zu unterscheiden.
Name und Festtradition
Der Name Gibilmanna leitet sich von der Manna ab, die aus den nahe gelegenen Eschenwäldern gewonnen wurde. Das Fest der Madonna di Gibilmanna wurde ab 1970 auf den ersten Sonntag im September gelegt. Zusammen mit dem Heiligtum, dem Museum und den Wegen ergibt sich so ein Ziel, dessen Besonderheit nicht nur in einem einzelnen Bauwerk liegt, sondern im Zusammenspiel von religiöser Überlieferung, Sammlungen, historischen Details und Berglandschaft.
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