Lercara Friddi entdecken
Lercara Friddi verbindet eine archäologische Anhöhe am Stadtrand mit Kirchen, baronialen Palästen, Bergbaugeschichte, Museen und lebendigen Festtraditionen. Wenn Sie für Ihre Sizilienreise einen Ort mit vielen unterschiedlichen kulturellen Themen suchen, finden Sie hier sowohl Spuren der Antike als auch religiöse Bräuche, lokale Süßspeisen und eine besondere Verbindung zur Familie Sinatra.
Colle Madore und die Geschichte des Ortes
Der Colle Madore ist ein niedriger, kahler Hügel am Stadtrand von Lercara Friddi. Seine Hänge gehen in Weinberge und Ackerflächen über und bilden damit einen klaren Kontrast zur bebauten Umgebung. Auf dem Hügel blühte eine Siedlung von der Mitte des 2. Jahrtausends bis zum Ende des 5. Jahrhunderts v. Chr. Unter dem kulturellen Einfluss von Himera wurde am Südhang zwischen der Mitte des 6. und dem Beginn des 5. Jahrhunderts v. Chr. außerdem ein kleiner sakraler Bereich neu gestaltet.
Auch die spätere Ortsgeschichte zeigt sich an mehreren markanten Gebäuden. Die Chiesa Madre Maria SS. della Neve wurde zwischen 1702 und 1721 errichtet. Ihr Grundriss hat die Form eines lateinischen Kreuzes mit drei Schiffen. Die Chiesa di San Matteo wurde Ende des 17. Jahrhunderts von Baron Scammacca gegründet und hat viel von ihrem ursprünglichen Erscheinungsbild bewahrt. In ihrer Sakristei befindet sich ein kleines Museum mit Votivgaben, alten Messbüchern, sakralem Mobiliar und einem silbernen Vortragekreuz.
Kirchen, Paläste und Museen
Die Chiesa SS. Maria di Costantinopoli steht in besonderer Verbindung zur religiösen Geschichte Lercaras. Sie wurde von Einwohnern des Ortes errichtet, um das heilige Bild der Maria SS. di Costantinopoli aufzunehmen. Das Bild wurde 1807 von Oliva Beccarella gefunden. In derselben Kirche befindet sich eine Holzstatue aus dem Jahr 1850, die am 20. August in einer Prozession getragen wird.
Auch die baronialen Paläste erzählen von der lokalen Baugeschichte. Der Palazzo Miceli gilt als erster baronialer Palast von Lercara Friddi. Zu ihm gehören ein großes Portal, ein Baglio und ein angrenzender Garten mit einer jahrhundertealten Kiefer. Die baronialen Paläste des Ortes zeichnen sich außerdem durch neoklassizistische schmiedeeiserne Gitter und charakteristische steinerne „attuna“-Konsolen aus. Diese Konsolen wurden aus Stein des Steinbruchs San Luca gefertigt.
Die Villa Rose war die Residenz der Familie Rose-Gardner, die wegen des Schwefelabbaus nach Lercara Friddi kam. In der Villa Rose befinden sich das Archäologische Museum und das Schwefelmuseum; das Schwefelmuseum befindet sich im Aufbau. Das Museo dei pupi in costume gehört zu den Sehenswürdigkeiten von Lercara Friddi. Auch das Museo etno-antropologico gehört zu den Museen des Ortes.
Bergbau, Feste und besondere Erlebnisse
Im Parco Minerario von Lercara Friddi lassen sich auf den Wegen Fördergerüste, Winden, eine noch zugängliche Abbaustrecke und Schwefelquellen besichtigen, die mit dem Schwefelabbau verbunden sind. Damit ergänzt der Park die Museen und historischen Gebäude um konkrete Spuren der industriellen Vergangenheit.
Der Festkalender bietet mehrere religiöse und traditionelle Höhepunkte. Die Karwoche gipfelt am Ostersonntag in „U'ncontru“, der Begegnung zwischen dem toten Christus, Maria und dem Erzengel Michael. Am 5. August wird die Chiesa Parrocchiale Maria SS. della Neve mit einer feierlichen Eucharistieliturgie und einem „Schneefall“ aus Blütenblättern gefeiert. Das Fest des heiligen Josef wurde als zweitägige Veranstaltung mit religiösen, traditionellen und folkloristischen Programmpunkten angekündigt. Es handelt sich dabei um eine angekündigte Veranstaltung, nicht um eine allgemeine Aussage zu einem dauerhaften Programm.
Eine weitere kulturelle Spur führt zu Frank Sinatra. Das My Way Festival ist eine Musikveranstaltung zu Ehren von Frank Sinatra. Die Tour „The Roots of an Italian-American Legend“ beginnt an der Piazza Duomo mit der Geschichte, die die familiären Ursprünge der Sinatra-Familie mit Lercara verbindet. Sie führt zu Hausnummer 36, die als der letzte der Familie Sinatra zuschreibbare sizilianische Wohnsitz gilt. Zur Tour gehören außerdem ein Empfang in einer Konditorei mit einer Verkostung von Pantofola und „sweet Frank“ sowie das Mittagessen „At the table with Frank“. Dabei werden Gerichte neu interpretiert, die Rosa für Francis kochte, und von einem Koch zubereitet.
Auch die lokale Süßspeise Pantofola besitzt ihren eigenen Termin im Jahreslauf. Lercara Friddi veranstaltet die Sagra della Pantofola, ein Fest rund um das gleichnamige Dessert, das häufig in der Weihnachtszeit stattfindet. So können Sie die Geschichte des Ortes nicht nur an Gebäuden und Museen, sondern ebenso an religiösen Feiern, Musik und regionaler Esskultur entdecken.
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