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Custonaci

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Custonaci ist durch zwei eng miteinander verbundene Besonderheiten geprägt: die Grotta Mangiapane bei Scurati und den Abbau des Perlato di Sicilia. Die Höhle ist zugleich Naturraum und Zeugnis ländlicher Siedlungsgeschichte; Marmorbrüche prägen Wirtschaft und Landschaft des Gemeindegebiets. Custonaci liegt in der Provinz Trapani im Westen Siziliens. Für eine Weiterfahrt lassen sich je nach Schwerpunkt auch Erice oder San Vito lo Capo einbeziehen.

Grotta Mangiapane bei Scurati

Bei Scurati, einem Ortsteil von Custonaci, liegt die Grotta Mangiapane am Monte Cofano. In der Höhle liegt ein kleiner ländlicher Weiler, dessen Gebäude aus Tuff und Stein an die Felswände gebaut wurden. Zu den überlieferten Bauten zählen Häuser, ein Lagerraum, Ställe und ein Ofen. Die Siedlung entstand zu Beginn des 19. Jahrhunderts; sie wurde von der Familie Mangiapane bewohnt und nach dem Zweiten Weltkrieg aufgegeben. Damit ist die Höhle mehr als eine geologische Sehenswürdigkeit: Die erhaltenen Gebäude machen sichtbar, wie Menschen den Schutzraum der großen natürlichen Höhlung für Alltag und Arbeit nutzten.

Ein lebendiges Museum in der Höhle

Nach der Aufgabe der Siedlung setzten sich ein Priester und Einwohner Custonacis dafür ein, den Ort durch kulturelle Aktivitäten wiederzubeleben. Im Sommer vermittelt ein lebendiges Museum in der Grotta Mangiapane Gebräuche und Alltag des früheren Bauerndorfs und dient als Veranstaltungsort. Zur Weihnachtszeit bildet die Höhle den Rahmen für das Presepe Vivente, ein lebendiges Krippenspiel, bei dem zahlreiche Mitwirkende die Krippenszene darstellen. Auch weitere kulturelle Veranstaltungen haben hier stattgefunden. Diese Nutzung erklärt, weshalb der Besuch je nach Jahreszeit unterschiedliche Eindrücke bieten kann: Im Mittelpunkt stehen Höhlenräume, Wohn- und Wirtschaftsgebäude sowie die Darstellung ländlicher Traditionen.

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Perlato di Sicilia und die Marmorlandschaft

Custonaci gehört zu den wichtigen Zentren des sizilianischen Marmorabbaus und seiner Verarbeitung. Im Gemeindegebiet liegen rund 200 Steinbrüche; die Marmorgewinnung ist ein wesentlicher Wirtschaftszweig. Besonders bekannt ist der Perlato di Sicilia, ein heller Naturstein mit braunen Arabesken und calcithaltigen, perlmuttartig wirkenden Flecken. Das Material wird in Architektur und Innenausstattung verwendet; es findet sich etwa im Mailänder Hauptbahnhof und im Inneren des Petersdoms.

Küste und Höhenzüge als Ergänzung

Küstenziele und Orte in den Höhenlagen ergänzen den Höhlenbesuch, verlangen aber eine eigene Routenentscheidung. Wer vor allem Landschaft sucht, kann Küstenform und nahes Bergland in die Etappe einbeziehen; wer sich für Architektur und Geschichte interessiert, verbindet Custonaci mit Orten im Westen der Provinz. Erice bietet als Höhenstadt einen anderen historischen Rahmen, während San Vito lo Capo stärker mit der nordwestlichen Küste verbunden ist. Erice und San Vito lo Capo eignen sich als eigenständige Stationen einer Reise durch die Provinz Trapani.