Bronte entdecken: Pistazienkultur, Ätna und Geschichte
Bronte steht für eine ungewöhnliche Verbindung aus Pistazienkultur, Landschaften am Ätna und gut bewahrter Geschichte. Wer eine Unterkunft in Bronte sucht, kann den Aufenthalt deshalb nach ganz unterschiedlichen Interessen ausrichten: nach kulinarischen Traditionen, Wanderwegen, Museen oder historischen Ausflugszielen.
Pistazien zwischen Fest und lokaler Tradition
Die „Sagra del Pistacchio“ findet jedes Jahr Ende September auf Plätzen und in den Straßen der historischen Altstadt von Bronte statt. Das Fest setzt einen sichtbaren Schwerpunkt auf eine Zutat, die den Ort auch außerhalb dieses Termins prägt. Die Ernte der Pistazie von Bronte findet dagegen alle zwei Jahre, genauer in ungeraden Jahren, zwischen Ende August und Anfang September statt. Sie gilt als gemeinschaftliches lokales Ritual, an dem die gesamte Bevölkerung von Bronte beteiligt ist.
In der örtlichen Süßwarentradition wird die Pistazie von Bronte unter anderem für Cannoli, Pistazieneis, Granita, Torroncini und Buccellato verwendet. Ein Besuch bei ‘A Ricchigia verbindet den kulinarischen Schwerpunkt mit einem Spaziergang durch Pistazienhaine am Fuß des Ätna. Dazu gehört eine Verkostung handwerklich in der eigenen Werkstatt hergestellter Pistazienprodukte. So lässt sich die landwirtschaftliche Seite des Themas mit einer konkreten Entdeckung und verschiedenen Geschmacksrichtungen verbinden.
Wanderwege am Ätna
Piano dei Grilli ist der Ausgangspunkt für Wanderung Nr. 6 im Parco dell’Etna. Dort beginnt auch der Trail 710, der am Ende seiner Strecke zum Altomontana Path, dem Trail 701, führt. Diese beiden Angaben beschreiben unterschiedliche Möglichkeiten, das Gebiet zu erkunden: Die eine Route ist als Wanderung Nr. 6 ausgewiesen, die andere als Trail mit Anschluss an einen benannten Höhenweg.
Die Schutzhütte bei Piano dei Grilli bietet über einen privaten Verein Erfrischungen an. Für die Planung eines Tages in der Landschaft rund um den Ätna ist dieser konkrete Bezugspunkt ebenso interessant wie die geologischen Spuren entlang des Weges zur Grotta della Neve. Dort sind Lavagebilde sichtbar, die aus Eruptionen des Ätna um 1614–1624 entstanden sind.
Die Grotta della Neve selbst ist eine durch den Umbau einer Lavahöhle entstandene Neviera. In ihr wurde angesammelter Schnee lange Zeit für den sommerlichen Verbrauch aufbewahrt. Der Ort verbindet damit eine geologische Besonderheit mit einer historischen Nutzung, ohne dass die Höhle nur als Naturphänomen betrachtet werden muss.
Bibliotheken, Kunst und Eisenbahngeschichte
Das Real Collegio Capizzi wurde von Ignazio Capizzi in den 1770er-Jahren gegründet. Der Grundstein wurde 1774 gelegt, die Einweihung fand 1778 statt. In diesem Gebäude bewahrt die Biblioteca Borbonica geisteswissenschaftliche Bücher aus dem 17. und 18. Jahrhundert auf. Die Sammlung umfasst mehr als 14.000 wissenschaftliche, literarische, theologische und philosophische Bände. Für Besucher, die sich für Bildungsgeschichte und historische Bestände interessieren, liegt der Reiz daher nicht nur im Gebäude, sondern auch in der Breite der Bibliothek.
Die Pinacoteca Nunzio Sciavarrello ist ein Museum für zeitgenössische Kunst mit einer Dauerausstellung. Sie umfasst einen Bereich mit Werken national bedeutender Künstler sowie einen weiteren Bereich mit zahlreichen Werken sizilianischer Künstler, insbesondere der Ätna-Schule, die zwischen den 1920er- und 1980er-Jahren tätig waren. Damit ergänzt die Pinacoteca die ältere Buchkultur der Biblioteca Borbonica um Kunst des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart.
Eine weitere Perspektive auf die regionale Vergangenheit bietet das Museo ferroviario di Bronte. Es befindet sich im Lokomotivdepot des Bahnhofs und zeigt historische Eisenbahnfahrzeuge. Dazu gehören Triebwagen, sogenannte „littorine“, sowie die historische Dampflokomotive Nr. 10 „Mascali“ aus dem Jahr 1895.
Historische Orte und Wege in der Umgebung
Die Route „Frammenti di storia millenaria“ hebt die Ruinen der Castelli di Torremuzza hervor. Sie umfasst außerdem den Ponte Normanno di Serravalle und die neolithischen Dolmen di piano Cuntarati. Die Route bündelt damit Zeugnisse aus verschiedenen Epochen, von den neolithischen Dolmen bis zu mittelalterlichen Bauwerken und Ruinen.
Der Park des Castello Nelson erstreckt sich über etwa vier Hektar. Auch die Bezeichnung „i fatti di Bronte“ gehört zur historischen Erinnerung des Ortes. Wer Bronte für eine Reise auswählt, findet somit nicht nur ein kulinarisches Thema, sondern mehrere klar unterscheidbare Zugänge zu Landschaft, Kultur und Vergangenheit. Von Catania aus ist Bronte mit den Diensten der FCE, der Ferrovia Circumetnea, und ihrem historischen Zug, der Littorina, in etwa 1 Stunde und 20 Minuten erreichbar.
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