Quattropani: Weinberg, Kaolin und Wallfahrt
Quattropani zwischen Weinberg, Vulkanlandschaft und Wallfahrt
Quattropani verbindet eindrucksvolle Landschaften mit Orten, an denen sich die Geschichte und die religiösen Traditionen Liparis besonders konkret zeigen. Im Ortsteil Quattropani bietet die Tenuta di Castellaro Weinverkostungen nach Reservierung an. Ebenfalls nach Reservierung ist ein Picknick im Weinberg möglich, das nach einem kurzen Spaziergang zu einem versteckten Aussichtspunkt führt. Damit beginnt die Erkundung nicht nur mit einem Blick auf die Landschaft, sondern auch mit einem Aufenthalt, der Weinbau und Natur miteinander verbindet.
Cave di Caolino und die Landschaft am westlichen Hang
Zu den markantesten Naturerlebnissen gehören die Cave di Caolino. Sie sind über eine schmale Straße erreichbar, die von der Provinzstraße in Richtung Ospedale abzweigt. Die Cave bestehen aus weißen, kaolinisierten Tonformationen und Kaolinbänken. An manchen Stellen färben fumarolische Gase ihre Oberflächen intensiv. Der Weg neben den Cave zeigt sekundären Vulkanismus und führt bis zu den Klippen von Palmeto.
Auf diesem landschaftlich ungewöhnlichen Abschnitt führt der Weg durch mediterrane Graslandschaften, in denen im Frühjahr Orchideen blühen. Außerdem passiert er ein kleines Becken, das vom Wasser einer Thermalquelle gespeist wird. Die Cave di Caolino liegen am westlichen Hang von Lipari und blicken auf die „Timponi“, die als älteste geologische Formationen der Insel gelten und vor etwa 220.000 Jahren entstanden sind. An der Küste in diesem Bereich ist die Mittelmeermöwe (Larus cachinnans) einen großen Teil des Jahres heimisch.
Der abgelegene Weg ermöglicht außerdem den Blick auf historische Bergbauaktivitäten. Ein steiler, im „Timpone“ verlaufender Weg reicht bis an die Küste; durch enge Täler gelangt man weiter zum antiken, heute trockenen See Bagno Secco. Die Cave di Caolino stehen damit für mehrere unterschiedliche Eindrücke: helle Tonformationen, vulkanische Erscheinungen, mediterrane Vegetation, Küstenblicke und Spuren früherer Nutzung.
Chiesa Vecchia, Madonna della Catena und Castellaro Vecchio
Am höchsten Punkt von Quattropani befindet sich in Chiesa Vecchia das Santuario di Maria Santissima della Catena. Es wurde 1588 zu Ehren der Madonna della Catena errichtet. Im Inneren befinden sich ein Ölgemälde der Heiligen Jungfrau mit dem Kind aus dem 18. Jahrhundert sowie eine Holzstatue der Madonna della Catena aus demselben Jahrhundert. Von Chiesa Vecchia reicht der Blick über Salina und auf die weiter entfernten Inseln Panarea, Stromboli, Filicudi und Alicudi.
Das Fest der Madonna della Catena dauert drei Tage und findet zwischen Chiesa Vecchia und Chiesa Nuova statt. Im Mittelpunkt steht die nächtliche Wallfahrt in der Nacht vom 7. auf den 8. September. Wer Quattropani außerhalb dieses Festes erlebt, begegnet ebenfalls lebendigen örtlichen Traditionen: In Chiesa Vecchia wird jedes Jahr eine handgefertigte Weihnachtskrippe erneuert. Sie wird von Freiwilligen unter der Leitung der Associazione „Castellaro“ geschaffen.
Auch die ältere Geschichte ist in Quattropani präsent. Die Freiluftstation Castellaro Vecchio bei Quattropani ist der einzige genannte Ort, über den die älteste Phase bekannt ist. Die prähistorischen Bewohner von Castellaro Vecchio nutzten Obsidian aus dem prähistorischen Lavastrom von Pomiciazzo.
Wege und lokale Spezialitäten
Quattropani ist über die Panoramastraße, die rund um die Insel verläuft, mit der Stadt Lipari verbunden. Die Gemeinde führt außerdem die Route Lipari–Pianoconte–Terme S. Calogero–Quattropani unter den Trekkingrouten der Insel Lipari auf. Für die kulinarische Seite nennt A Menza Quartara Brotsalat und hausgemachte Liköre als eigene Spezialitäten.
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