Melilli: Karstlandschaften, Steinbrüche und sizilianische Geschichte

Melilli verbindet eindrucksvolle Karstlandschaften mit einer Geschichte, die im weißen Werkstein der Stadt sichtbar wird. Zwischen Höhlen, Naturschutzgebieten, Kirchen und lokalen Traditionen entsteht ein vielseitiges Reiseziel im Osten Siziliens. Wenn Sie für Ihre Reise Naturerlebnisse und Kulturgeschichte miteinander verbinden möchten, bietet Melilli dafür mehrere unterschiedliche Anknüpfungspunkte.

Karstlandschaften und Naturerlebnisse

Zu den besonderen Naturbereichen gehört das integrale Naturschutzgebiet Grotta Palombara im Gebiet der Monti Climiti, im östlichen Teil des Ibleischen Hochlands auf dem Gemeindegebiet von Melilli. Es schützt ein bedeutendes Karsthöhlensystem Ostsiziliens mit vielfältiger Höhlenfauna. Die Grotta Palombara ist außerdem Teil eines Bildungsrundgangs, der einen geführten Besuch im Museo del Carsismo Ibleo in Syrakus einschließt.

Das Naturschutzgebiet Villasmundo-S. Alfio bewahrt ein aktives Karstsystem mit dauerhaft wasserführenden Bächen sowie zahlreichen Stalaktiten und Stalagmiten. In seiner Zone B liegt der Naturlehrpfad „due passi nel bosco“. Auch dieses Schutzgebiet gehört zu einem Bildungsrundgang mit geführtem Besuch im Museo del Carsismo Ibleo in Syrakus. So können Sie bei der Planung zwischen einem stärker landschaftsbezogenen Aufenthalt und einer vertiefenden Beschäftigung mit dem Karst wählen.

Ein markantes Detail der Region ist die Höhle Villasmundo: Sie erstreckt sich über etwa 2 Kilometer bis zu einem ungefähr 50 Meter tiefen Endsee. Die Größenordnung macht deutlich, dass die unterirdische Landschaft einen eigenen Schwerpunkt innerhalb der Naturerlebnisse von Melilli bildet. Das MU.S.A. ergänzt diese Eindrücke als erlebnisorientierter Museumsparcours, der durch die Orte, die Geschichte und die biologische Vielfalt der Terrazza degli Iblei führt.

Stein, Kirchen und lokale Geschichte

Die Pirrera Sant’Antonio ist ein unterirdischer Steinbruch im nordöstlichen Teil der Monti Climiti bei Melilli und gilt als einzigartig unter den unterirdischen Steinbrüchen im gesamten Mittelmeerraum. Jahrhundertelang war sie der wichtigste Abbauort des bekannten weißen Werksteins von Melilli. Der Stein wurde für Kirchen, Paläste und Denkmäler in Südostsizilien verwendet und trug im 17. und 18. Jahrhundert zum Wiederaufbau der durch das Erdbeben von 1693 zerstörten Orte des Val di Noto sowie zur Entwicklung des sizilianischen Barocks bei.

Diese Verbindung von Landschaft und Baugeschichte lässt sich auch an den Kirchen nachvollziehen. Die Chiesa Madre di San Nicolò Vescovo wurde 1760 fertiggestellt und am 28. Oktober 1763 von Antonio De Requisens, dem Erzbischof von Syrakus, geweiht. Die heutige Basilica of San Sebastiano wurde ab 1695 errichtet, nachdem die frühere Kirche durch das Erdbeben von 1693 zerstört worden war.

Weitere historische Spuren führt die Nekropole von Contrada Bernardina vor Augen. Sie umfasst etwa 50 Gräber aus der Castelluccio-Kultur. Ein anderer Aspekt der Ortsgeschichte zeigt sich im Serbatoio di Costa Farina: Die noch heute funktionsfähige Wasserbauanlage regelt die Wasserversorgung des bewohnten Zentrums von Melilli.

Tradition und Geschmack aus Melilli

Zur lokalen Identität gehört auch die Überlieferung rund um die Madonna delle Grazie. Während der Novene vor dem Fest wird der Überlieferung zufolge eine kleine Statue der Madonna, genannt „a Bambinedda“, in Melilli von Haus zu Haus getragen; daran werden Geldspenden für die Kirche befestigt. Für eine kulinarische Entdeckung steht U cudduruni a miliddisa, eine traditionelle Focaccia aus Melilli aus Hartweizengrieß. Sie wird mit in Öl eingelegten Sardellen, Zwiebeln, Oregano und getrockneten Tomaten belegt, manchmal kommt lokaler Caciocavallo hinzu.

Bei der Wahl Ihrer Unterkunft können Sie deshalb überlegen, welcher Schwerpunkt Ihre Reise prägen soll: Karsthöhlen und Naturlehrpfad, Kirchen und Steinbaugeschichte, Museumsbesuch oder lokale Küche. Die genannten Schwerpunkte lassen sich bei Ihrer Reiseplanung unterschiedlich gewichten, ohne Melilli auf nur eine Sehenswürdigkeit zu reduzieren.

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