Syrakus entdecken: Geschichte, Natur und Meer
Syrakus verbindet eine außergewöhnlich dichte Geschichte mit geschützten Feuchtgebieten, mediterranen Meereslandschaften und lebendiger sizilianischer Kultur. Für Ihre Reiseplanung lohnt es sich, die Stadt nicht nur als historischen Ort zu betrachten: Ortigia, Neapolis, der Fluss Ciane und das Meeresschutzgebiet Plemmirio setzen jeweils eigene Schwerpunkte.
Ortigia und die historischen Zeugnisse von Syrakus
Ortigia ist das historische Zentrum des antiken Syrakus und eine Insel, die seit rund 3.000 Jahren bewohnt ist. Zwei Brücken verbinden sie mit dem übrigen Siracusa: Ponte Umbertino und Ponte Santa Lucia. Für die räumliche Orientierung ist außerdem der Bahnhof von Siracusa wichtig; er liegt etwa 1,5 Kilometer vom Zentrum von Ortigia entfernt.
Auf Ortigia treffen mehrere Epochen unmittelbar aufeinander. An der Nordseite der Kathedrale von Siracusa sind Säulen des Athena-Tempels erhalten. An der Spitze der Insel steht das Castello Maniace, das Friedrich II. zwischen 1232 und 1240 auf einer älteren Festung errichten ließ. Der Palazzo Bellomo ist ein bedeutendes Bauwerk schwäbischen Ursprungs und beherbergt Sammlungen mittelalterlicher und moderner Kunst. An der Fonte Aretusa bildet eine Süßwasserquelle einen kleinen halbrunden Teich mit Fischen, Gänsen und Enten.
Neapolis: Theater, Latomien und Archäologie
Das archäologische Areal von Neapolis nimmt den nördlichen Teil des Viertels Neapolis ein, eines von fünf Vierteln, aus denen Siracusa in griechischer und römischer Zeit bestand. Zu den markanten Bauwerken gehört das griechische Theater, das vollständig in die Felsen des Hügels Temenite gehauen wurde. Es dient noch heute während der Theatersaisons als Veranstaltungsort für Aufführungen, Tragödien und klassische Darstellungen.
Die Latomien von Neapolis umfassen die Grotta dei Cordari und das Orecchio di Dionisio. Letzteres ist für akustische Phänomene wie Verstärkung und Echo bekannt. Im Areal befindet sich außerdem das sogenannte Grab des Archimedes, eine in die Felswand gehauene Grabkammer aus römischer Zeit. Zum archäologischen Bestand gehört auch ein römisches Amphitheater, dessen Datierung umstritten ist und das teils Augustus, teils Septimius Severus zugeschrieben wird. Die Ara des Hieron II. war ein monumentaler Altar für öffentliche Opfer der Stadt.
Flusslandschaft und Meeresschutzgebiet
Das Naturschutzgebiet Fiume Ciane e Saline di Siracusa schützt und revitalisiert den Papyrus am Fluss Ciane und bewahrt die Umweltwerte der Feuchtgebiete der Saline di Siracusa. Das Schutzgebiet weist eine artenreiche Ufervegetation mit in Sizilien seltenen Arten sowie eine an Fluss- und Feuchtlebensräume gebundene Tierwelt auf. Damit bildet es einen deutlichen Kontrast zu den steinernen Schauplätzen von Ortigia und Neapolis.
Am Meer liegt das Meeresschutzgebiet Plemmirio, das als besonders geschütztes Gebiet von mediterraner Bedeutung (ASPIM) ausgewiesen ist. Dazu gehört das Sonderschutzgebiet ITA090030 Fondali del Plemmirio. Unterwasserparcours mit zehn Einstiegsstellen führen zu den Meeresgründen. In Bereichen des Meeresbodens mit abruptem Gefälle gibt es zahlreiche Unterwasserhöhlen mit Korallen, Schwämmen, Moostierchen, Meerzikaden, Nacktschnecken und zahlreichen Fischarten. Capo Murro di Porco bietet Möglichkeiten zur Beobachtung großer pelagischer Fische und von Meeressäugern, darunter Thunfische, Bernsteinmakrelen, Haie, Delfine, Wale und Pottwale. Gli Archi ist ein Wandtauchgang, der für alle Taucher geeignet ist, da er keine besonderen Schwierigkeiten aufweist.
Ausflüge, Küche und regionale Entdeckungen
Einen weiteren historischen Akzent setzt das Castello Eurialo: Es liegt auf dem höchsten Punkt des Hochplateaus von Epipoli im Ortsteil Belvedere von Siracusa, etwa 8 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, und bietet einen weitreichenden Blick über die Stadt. Im näheren regionalen Umfeld von Siracusa liegt Pantalica, eine felsige Landschaft mit mehr als 5.000 in den Fels gehauenen Gräbern.
Auch die lokale Kultur lässt sich über ihre Märkte, Bühnen und Weine erschließen. Auf dem Markt von Ortigia werden Gemüse, Fleisch, Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Fisch und Meeresfrüchte angeboten; dazu erklingen die sogenannten „Vanniate“. Das Teatro dei Pupi in Siracusa lässt die alte und zugleich zeitgenössische Theaterform der Opra dei pupi wiederaufleben. Eine Weinroute durch die Gegend umfasst einen Besuch von Ortigia, der Barockkirchen und des Marktes sowie abschließend eine Weinverkostung in einem örtlichen Weingut. Zu den besonders hochwertigen Weinen zählen der Siracusa Moscato, auch als Passito oder Spumante, sowie Rotweine auf Basis von Nero d’Avola und Syrah. In Siracusa befindet sich außerdem der älteste steinerne dorische Tempel Siziliens und ein Wallfahrtsort.
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