Caltabellotta
Unterkunft finden
Ein Bergort auf dem Kratas
Caltabellotta liegt auf dem Kratas am südlichen Rand der Monti Sicani. Drei markante Höhen prägen das Ortsbild: Monte San Pellegrino, Monte Castello und die Rupe Gogàla. Die Gemeinde beschreibt Höhlen auf dem Monte San Pellegrino und Nekropolen als Zeugnisse früher Besiedlung; die strategische Lage zwischen Felsrücken und Höhenzügen gehört zu dieser langen Ortsgeschichte.
Caltabellotta
Die Namen Inycon, Triokala und Balateta erscheinen in den historischen Überlieferungen zur Gegend. Der Name Qalat al Balat wird als „Festung auf geglätteten Steinflächen“ gedeutet. Der kommunale Überblick weist zugleich darauf hin, dass einzelne Zuordnungen der antiken Siedlungen auf historischen Hypothesen beruhen. Sicher sichtbar bleibt die enge Verbindung von Ort, Fels und Höhenlage, die den Bergort von den Küstenstädten unterscheidet.
Aufstieg zu Castello und Pizzo
Oberhalb des Ortskerns liegen die Reste der Burg, die als Castello della Regina Sibilla oder Conte Luna bezeichnet wird. Von der Anlage sind ein Mauerstück, ein Portal und Fundamente einzelner Räume erhalten. Eine steile, in den Fels eingelassene Treppe führt auf den Pizzo in 949 Metern Höhe. Die Gemeinde beschreibt von dort einen Rundblick über das sizilianische Hinterland bis zum Meer. Der Aufstieg verbindet den Aussichtspunkt mit den wenigen sichtbaren Bauresten und macht die ehemalige strategische Funktion der Höhenlage anschaulich.
Die Burg ist auch mit einem konkreten Kapitel der Herrschaftsgeschichte verbunden: 1194 suchte Königin Sibilla mit ihrem jungen Sohn Wilhelm III. in der als sicher geltenden Rocca Zuflucht, als Heinrich VI. das Königreich Sizilien eroberte. Diese historische Überlieferung erklärt die Bezeichnung Castello della Regina Sibilla; der Name Conte Luna verweist auf die Familie, die über lange Zeit die Kastellanei innehatte. Beide Namen meinen dieselbe Burg und nicht zwei getrennte Anlagen.
Kirchen und religiöse Orte
Zu den prägenden Bauten gehören die Chiesa Madre und der Eremo di San Pellegrino. Der Eremitage-Komplex liegt hoch am gleichnamigen Berg; Kirche, Fels und Höhlen stehen dort eng beieinander. Die Gemeinde nennt am Heiligtum die Legende des heiligen Pellegrino und verweist auf eine kleine Kirche sowie Höhlen mit Fresken und sakralen Gegenständen. Von außen erschließt sich außerdem die Lage des Klosters an der Felswand und der Blick über das Tal. So ergänzen religiöse Kunst und lokale Überlieferung die Befestigungsgeschichte des Ortes.
Caltabellotta gehört zum Bergland der Provinz Agrigent. Weiter südlich liegt die Küstenstadt Sciacca; im Hinterland liegt Ribera. Der Wechsel von Küste zu Höhenlage macht die landschaftlichen Unterschiede innerhalb der Provinz sichtbar.
Text + Foto: Wiedamann Media