Isab - Erg: Industriegeschichte und Natur bei der Saline di Priolo
Unterkünfte in Isab - Erg
Rund um Isab - Erg reicht die Themenpalette von der Geschichte der ISAB-Anlagen bis zur Saline di Priolo im näheren Umfeld. Im Gemeindegebiet von Melilli kommen Natur- und Kulturorte hinzu. Wer Sizilien nicht allein mit Küste und Strand verbindet, findet hier Anknüpfungspunkte für unterschiedliche Interessen: industrielle Entwicklung, Feuchtgebiet und Vogelbeobachtung, Architektur, Archäologie und lokale Küche.
Industriegeschichte in mehreren Phasen
Die Südanlagen von ISAB entstanden 1972 unter der ursprünglichen Bezeichnung ISAB (Industria Siciliana Asfalti e Bitumi) und gingen 1975 in Betrieb. Die Nordanlagen entstanden Mitte der 1950er Jahre als SINCAT (Società Industriale Catanese); etwa 1960 wurden sie in Betrieb genommen. Als die ERG-Gruppe 2002 die Nordanlagen und das Tanklager übernahm, entstand gemeinsam mit den Südanlagen der Raffineriekomplex ERG Raffinerie Mediterranee. Eine weitere Phase begann 1993: ERG und EDISON MISSION ENERGY gründeten die Gesellschaft ISAB Energy zur Errichtung einer IGCC-Anlage für die Vergasung von Raffinerierückständen und die Kraft-Wärme-Kopplung. Die Unternehmensgeschichte bezeichnet sie als Europas erste Anlage für dieses Verfahren.
Feuchtgebiet und Vogelbeobachtung
Im näheren Umfeld von Isab - Erg schützt das Naturschutzgebiet Saline di Priolo den letzten erhaltenen Rest eines größeren Feuchtgebiets, das sich einst entlang der Küste zwischen Priolo und Marina di Melilli erstreckte. In der Saline wurden insgesamt 245 Vogelarten beobachtet; 80 Prozent davon sind ganz oder teilweise Zugvögel. In der Saline di Priolo und auf der Halbinsel Magnisi wurden mehr als die Hälfte der auf Sizilien beobachteten Vogelarten sowie etwa 40 Prozent der bislang in Italien beobachteten Arten festgestellt.
Für geführte Besichtigungen müssen Sie mindestens eine Woche im Voraus buchen; Gruppen dürfen höchstens 20 Personen umfassen. Von Syrakus aus führt die Anfahrt über die SP 55. Folgen Sie den Hinweisen nach Saline di Priolo, Halbinsel Magnisi und Thapsos und fahren Sie anschließend an der Küste bis zum Eingang des Schutzgebiets. Prüfen Sie die Reservierungsbedingungen vor Ihrem Besuch.
Natur und Baugeschichte im Gemeindegebiet von Melilli
Im Gemeindegebiet von Melilli stehen zwei Kirchen für unterschiedliche Bauphasen. Die Basilica di San Sebastiano wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts errichtet. Die Chiesa Madre, die San Nicolò gewidmet ist, wurde im 18. Jahrhundert auf den Überresten einer bestehenden Kirche aus dem 13. Jahrhundert wiederaufgebaut.
Zur lokalen Baugeschichte gehört auch die Pirrera Sant’Antonio, ein Steinbruch zur Gewinnung von Kalksteinblöcken. Er wurde seit 1450 dafür genutzt; seine maximale Höhe beträgt 27 Meter, die durchschnittliche 20 Meter. Kalkstein aus der Pirrera wurde für den Torre und das Castello di Melilli verwendet, nach dem Erdbeben von 1693 außerdem für Gebäude und Kirchen. Ein anderes Naturthema ist die Grotta Palombara: Das integrale Naturschutzgebiet wurde 1998 eingerichtet und erstreckt sich über etwa 800 Meter. In der Nähe von Melilli liegt außerdem die archäologische Stätte Megara Hyblea, der Ort einer antiken griechischen Polis, die 729 v. Chr. gegründet wurde.
Lokale Küche und die Geschichte der Küste
Cudduruni a miliddisa ist eine hausgemachte Focaccia aus Hartweizengrieß. Sie wird mit Sardellen in Öl, Zwiebeln, Oregano und getrockneten Tomaten belegt; gelegentlich kommt lokaler Caciocavallo hinzu. Cudduruni entstand als rustikale Focaccia, die Bauern zu wichtigen Anlässen zubereiteten. Die Speise bietet damit einen Einblick in eine kulinarische Tradition, die sich von den Bau- und Industriegeschichten der Gegend unterscheidet.
Auch die Geschichte von Marina di Melilli gehört zum Blick auf die Küste: Der Ort war ein Fischerdorf am Golf von Targia und lag gegenüber der Halbinsel Thapsos. Marina di Melilli wurde dem Erdboden gleichgemacht.
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