Noto – UNESCO-Barock, Kirchen und historische Stadtlandschaft

Noto zwischen UNESCO-Erbe und sizilianischer Stadtgeschichte

Noto verbindet ein geschlossenes barockes Stadtbild mit Spuren einer deutlich älteren Vergangenheit. Die Stadt gehört zu den acht Städten des UNESCO-Welterbes „Late Baroque Towns of the Val di Noto“; das Welterbe umfasst die gesamte Altstadt von Noto. Für Ihre Reiseplanung bedeutet das: Kultur konzentriert sich hier nicht nur auf einzelne Bauwerke, sondern prägt die historische Stadt als Ganzes.

Besonders deutlich wird dieser Charakter an der Cattedrale di San Nicolò. Sie steht am oberen Ende einer monumentalen Treppe mit vier Läufen. Ihre Fassade verbindet barocke und klassische Elemente und dominiert die Piazza Municipio. Nach Wiederaufbau und Restaurierung wurde die Kathedrale am 18. Juni 2007 wieder für den Gottesdienst geöffnet. Die Chiesa di San Domenico ergänzt dieses architektonische Bild als besonders repräsentatives spätbarockes Baudenkmal von Noto. Entworfen wurde sie von Rosario Gagliardi zwischen 1703 und 1727 als Klosterkirche für die Dominikanerpatres.

Stadtbild, Paläste und die Geschichte von Noto Antica

Noto wurde an einem neuen Standort wiederaufgebaut. Das heutige Stadtbild besteht aus einem geordneten Straßennetz, das auf abfallenden Terrassen angelegt ist. Dadurch lässt sich die Stadtgeschichte auch an der Struktur der Straßen ablesen. Der Corso Vittorio Emanuele ist eine der Hauptachsen dieses schachbrettartigen Netzes und wird von drei Plätzen unterbrochen: der Piazza dell’Immacolata, der Piazza del Municipio und der Piazza XVI Maggio. Die Via Cavour ist von Adelspalästen aus dem 18. Jahrhundert im spätbarocken Stil gesäumt.

Der historische Gegenpol liegt in Noto Antica, auch Netum genannt. Noto Antica war die antike Siedlung von Noto und wurde durch das Erdbeben vom 11. Januar 1693 zerstört. Sie lag auf dem Monte Alveria, 8 Kilometer nördlich der heutigen Stadt, und war von mächtigen Mauern sowie den tiefen Tälern des Monte Alveria umgeben. Für eine Reise mit unterschiedlichen Interessen entsteht so ein klarer Kontrast zwischen dem planmäßig wiederaufgebauten Noto und der älteren Siedlungsgeschichte.

Archäologische Zeugnisse und Natur im Gemeindegebiet

Zur historischen Dimension gehört auch die Villa Romana del Tellaro. Dabei handelt es sich um eine spätrömische Villa aus der Zeit des späten Kaiserreichs im Gemeindegebiet von Noto. Ihre Bodenmosaike werden ungefähr auf die Mitte des 4. Jahrhunderts n. Chr. datiert. Zu den Darstellungen gehören die Rückgabe des Leichnams Hektors und Jagdszenen. Damit reicht das Spektrum der dokumentierten Sehenswürdigkeiten von spätbarocker Architektur bis zu römischen Bildwerken.

Auch Natur und Mobilität sind im Gemeindegebiet vertreten. Dort liegt die Riserva Naturale Oasi faunistica di Vendicari. Ihre Feuchtgebiete sind für Zugvögel von großer Bedeutung und beherbergen während der saisonalen Wanderungen jedes Jahr Hunderte Vogelarten. Für das Fahrrad ist „Noto in Bici“ als öffentlicher und automatischer Fahrradverleih im Bikesharing-System der Gemeinde Noto dokumentiert. Als weitere Ortsauswahl können Sie außerdem Rigolizia aufrufen.

Weitere Ziele zur Orientierung: Belvedere, Fontane Bianche, San Corrado Di Fuori, Plemmirio, Portopalo Di Capo Passero, Syrakus.

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