Ragusa zwischen Barock, Geschichte und Natur
Ragusa zwischen Barock, Geschichte und Natur
Ragusa verbindet eindrucksvolle Stadtgeschichte mit archäologischen Entdeckungen, Naturwegen und Landschaftsrouten. Die Stadt ist eine von acht Städten im Südosten Siziliens, die das UNESCO-Welterbe „Spätbarocke Städte des Val di Noto“ bilden. Die gesamte Altstadt gehört zu diesem Welterbe. Besonders anschaulich wird die Geschichte durch die Verbindung von Ragusa Ibla und der Neustadt: Beim Wiederaufbau nach dem Erdbeben entstand neben dem antiken Stadtzentrum ein neues urbanes Zentrum. Die UNESCO-Anerkennung umfasst ganz Ibla und große Teile der Neustadt rund um die Kirche San Giovanni.
Barock, Dom und archäologische Sammlungen
Ragusa gilt als höchste Ausdrucksform des sizilianischen Barocks. Ein prägnanter Orientierungspunkt ist der Dom von San Giorgio mit seiner 43 Meter hohen neoklassizistischen Kuppel. Im Museo del Duomo neben der Kathedrale sehen Sie Statuen, Steinfragmente der beim Erdbeben von 1693 zerstörten Kirche und weitere wertvolle Reliquien. Damit lässt sich die monumentale Architektur um Zeugnisse ihrer wechselvollen Geschichte ergänzen.
Das Museo Archeologico Ibleo ist in sechs Abteilungen gegliedert: Vorgeschichte, Griechen und Kamarina, indigene Kulturen, hellenistische Zentren, spätantike und byzantinische Zentren sowie Sammlungen und Ankäufe. In der Abteilung über Kamarina finden Sie originalgetreue Rekonstruktionen von Gräbern. Zu den besonderen Exponaten gehört außerdem die als „Guerriero di Castiglione“ bekannte Kalksteinplatte. Das Ecomuseo CARAT erweitert den kulturellen Blick um das immaterielle Erbe des Gebiets von Ragusa: vermittelt werden Traditionen, Erinnerungen, Herstellungstechniken und Fertigungsprozesse, Folklore, literarische Werke und Volkslieder.
Naturwege und Ausflüge mit unterschiedlichem Rhythmus
Das besondere biologische Naturschutzgebiet „Macchia forestale del Fiume Irminio“ erstreckt sich über die Gemeindegebiete von Ragusa und Scicli und umfasst etwa 130 Hektar. Es schützt die Küstenbiozönose, die Dünenvegetation und das Uferökosystem des Flusses Irminio. Nach der Überquerung des Mittelmeers nutzen Zugvögel das Gebiet zum Ausruhen und zur Nahrungssuche. Damit bildet die Landschaft einen eigenständigen Gegenpol zur dicht gegliederten Barockstadt.
Die naturkundlichen und archäologischen Wege in Ragusa sind mit Beschilderungen und Informationstafeln ausgestattet. Die Wege des Ecomuseo CARAT gelten als Strecken mit mittlerem bis niedrigem Schwierigkeitsgrad und eignen sich für Einzelpersonen, Gruppen und Familien. Sie sind kostenlos und ganzjährig zugänglich. Wenn Sie eine Führung bevorzugen, werden die geführten Touren von autorisierten Fremdenführern durchgeführt und müssen gebucht werden.
Auch innerhalb der Stadt verbinden Wege Natur und Geschichte. Der Weg Madonna delle Grazie bewahrt breite Maultierstufen, die früher dem Transport von mit Getreide beladenen Maultieren vom Plateau in das San-Leonardo-Tal dienten. Entlang des Weges liegen die Kirche Santa Maria delle Grazie, das städtische Aquädukt und die Choleragrube von 1837. Beim Abstieg nach Ragusa Ibla bietet der kurze Sentiero Belvedere eine Abzweigung mit nur geringen Höhenunterschieden und einem schönen Blick auf Ragusa Ibla. Ein heute als Stadtpark im historischen Zentrum angelegter Bereich enthält wertvolle antike Zeugnisse der ältesten Bestattungsspuren der Stadt, darunter Felsgräber. Das Hypogäum von Trabacche wird wegen seiner beiden überdachten Grabkammern in die Mitte des 4. Jahrhunderts n. Chr. datiert.
Landschaftsrouten und das Castello di Donnafugata
Für eine Fahrt durch die Umgebung bietet sich eine Panoramastraßenroute an: Die SP 81 zweigt bei Contrada Cimillà von der SP 25 Ragusa Marina ab, führt zur SP 37 in Richtung Camemi und kehrt anschließend zur SP 25 zurück. Eine weitere Landschaftsroute ist die SP 80, die durch mit Johannisbrotbäumen bewachsene Hügel und Täler bis zum Castello di Donnafugata führt. Das Schloss liegt im Gemeindegebiet von Ragusa, etwa 15 Kilometer von der Stadt entfernt, und ist ein prächtiger Adelssitz aus dem späten 19. Jahrhundert. Zum Besucherangebot gehören das Schloss, der Park und das Kostümmuseum.
Weitere Orte in der Region Ragusa
Weitere Orte in der Region sind Casuzze, Ispica, Marina Di Modica, Modica, Ragusa, Sampieri, Santa Croce Camerina, Vittoria, Donnalucata, Marina Di Ragusa, Scicli, Scoglitti, Pozzallo, Chiaramonte Gulfi, Punta Braccetto, Cava D'aliga, Comiso, Giarratana, Cannizzara, Pietre Nere San Zagaria, Frigintini, Michelica, Monterosso Almo, Acate, Cerasella, Santa Maria Del Focallo, San Filippo, Punta Secca, Puntarazzi, Gilestra Ii, Caucana-Finaiti-Casuzze-Finaiti N., Camemi, Balata di Modica, Cimillà, Eredità, Donnafugata, Plaja Grande und Campanella-gianforma.
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